Co-Trainerin statt Hospitantin
Christiane Weber freut sich auf ihre neue Aufgabe bei der SG 09 Kirchhof

Kirchhof/Hofgeismar – 29. März 2025: 700 Zuschauer genießen in der Sporthalle des Kreissportverbands Neumünster ein historisches Ereignis, denn das Handball-Nationalteam der gehörlosen Frauen hat seinen ersten Auftritt. Zur Premiere kommt praktischerweise ein Team aus der Nachbarschaft, aber für die unerfahrenen Gastgeberinnen ist die Herausforderung riesig, denn Dänemark hat das weltweit beste Nationalteam der gehörlosen Frauen. Somit ist das Ergebnis trotz einer Niederlage ehrenvoll. Deutschland unterliegt Dänemark 21:27 (10:8). Christiane Weber ist die künftige Co-Trainerin des Zweitligisten SG 09 Kirchhof, aber ihren „Nebenjob“ wird sie nicht aufgeben. „Es ist meine Mission, das Nationalteam der gehörlosen Frauen weiterzuentwickeln“, sagt die 58-Jährige, die in Hofgeismar geboren wurde, dort aufwuchs und nach etlichen Luftveränderungen wieder zurückgekehrt ist.
Die am 13. Juli beginnende Tätigkeit für die SG 09 wird nicht unter dem internationalen Engagement leiden, denn Christiane Weber und ihre Spielerinnen treffen sich nur dreimal pro Jahr zu Lehrgängen. Überschneidungen gibt es vielleicht im September 2027, denn dann findet in Serbien eine WM statt. „Dort wollen wir eine Medaille gewinnen, damit wir weiterhin auch finanziell gefördert werden“, wünscht sich Christiane Weber.
Deren künftiges Engagement für die SG 09 Kirchhof kam auf eine nicht alltägliche Art und Weise zustande. „Eigentlich wollte ich nur fragen, ob ich hospitieren darf, aber nach einem etwa einstündigen Gespräch hat mir Christian Denk die Tätigkeit als Co-Trainerin angeboten“, freut sich die Inhaberin der B-Lizenz und der DOSB-Nachwuchstrainerlizenz Leistungssport, die im Sinne des Cheftrainers offenbar einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat.
Webers Karriere als Handball-Trainerin begann vor circa 25 Jahren bei ihrem Heimatverein TSG Hofgeismar. „Ich hatte die C-Lizenz, und unser Sohn Thomas hatte gerade damit begonnen, unsere Familientradition fortzusetzen, indem er Handball spielte. So lag es nahe, die E-Jugend der TSG zu übernehmen“, erinnert sich Christiane Weber. Deren Engagement in der Heimatstadt war der Start in eine abwechslungsreiche und vielfältige Karriere.
Wenn die Familie Weber umzog, dauerte es nie lange, bis sie auf der Suche nach einem Handballverein fündig wurde. In Warnemünde gab es den SV, im zehn Kilometer entfernten Rostock den BHV Nord, den RHC sowie den SV Pädagogik und am Bodensee die HSG Friedrichshafen/Fischbach. „Handball ist ein großer Teil meines Lebens“, sagt Christiane Weber. Ein Statement, das auf Sohn Thomas abfärbte, der dem Trainerstab der Füchse Berlin angehört.
Dessen Mutter freut sich schon auf den Trainingsbeginn bei der SG 09 und sagt: „Meine künftige Tätigkeit in Kirchhof ist das Größte, das ich bisher in meiner Karriere als Trainerin erreicht habe. Jetzt bin ich gespannt, welche Rolle ich dort spielen werde.“
Quelle: HNA vom 04.07.2026















