Sportgemeinschaft 1909 Kirchhof

Kirchhof besiegt Baunatal klar und hält in Zwickau mit

Röhrenfurth – Sie sind auf einem guten Weg, die Zweitliga-Handallerinnen der SG 09 Kirchhof. In zwei Testspielen erzielte das Team von Trainer Christian Denk beim 38:18 (18:9) gegen Regionalligist HSG Baunatal sowie beim 28:33 (13:17) bei Erstligist BSV Sachsen Zwickau ordentliche Ergebnisse.

Koltschenko nach 14 Monaten Verletzungspause zurück in Kirchhof

Kirchhof – Eine unbequeme Deckung mit aggressiven Halben, mutige Aktionen im Eins-gegen-Eins, ein unbändiger Wille, sich gegen größere Gegner mit Leidenschaft zu behaupten und niemals aufzugeben: Dafür steht Handball-Zweitligist SG 09 Kirchhof. Wie kaum eine Zweite vereint dies insbesondere Katharina Koltschenko. Die Rückraumspielerin, die im Lager der Löwinnen so lange und so schmerzlich vermisst wurde. Doch das Ende ist in Sicht. Am heutigen Montag steigt die seit Samstag 24-Jährige beim Trainingsauftakt in Melsungen wieder voll ein.

Zwei Handball-Trainer prägen ihre Vereine – als Institutionen der zweiten Mannschaft

Gensungen/Kirchhof – Ganz egal in welcher Sportart: Dass Trainer knapp ein Jahrzehnt lang dasselbe Amt bekleiden, wird immer seltener. Und diejenigen, die es doch machen, gelten in der lokalen Szene fast schon als Exoten. Martin Denk, der seit 2017 das Juniorteam der SG 09 Kirchhof betreut, und Philipp Kamm, der die ESG Gensungen/Felsberg II gar seit 15 Jahren trainiert, sind im Schwalm-Eder-Kreis womöglich die letzten Verbliebenen ihrer Art – und dennoch nicht müde.

Kirchhof leistet Relegationsteilnehmer Berlin beim 27:36 Widerstand

Melsungen – Es kam, wie es kommen musste. Mit der zwölften Niederlage in Serie als Abschluss einer lehrreichen Spielzeit in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen. Allerdings zeigte sich der Tabellenvorletzte SG 09 Kirchhof erneut formverbessert und sorgte beim 27:36 (10:15) gegen die Füchse Berlin dafür, dass der Gegner nicht noch Zweiter wurde. Dennoch kämpft Berlin am Mittwoch und Samstag gegen den SV Union Halle-Neustadt um den Aufstieg in die 1. Liga. Meister wurde durch einen 37:24-Heimsieg über Mainz 05 der HC Leipzig.

Rödertal nicht zu bremsen

Kirchhof Letzter – Sorgen um Damm

Melsungen Der Favorit setzte sich durch: Der HC Rödertal jubelte erstmals über den Titelgewinn beim Heinrich-Horn-Gedächtnisturnier der SG 09 Kirchhof. Im Finale siegte der Vorjahresvierte aus der 2. Handball-Bundesliga souverän gegen Klassenkamerad 1. FSV Mainz 05. Titelverteidiger Bergischer HC belegte den dritten Rang.


■ Das Finale:

„Wichtig war, dass wir unsere 5:1- und 6:0-Abwehr wieder stabilisieren konnten, nachdem wir uns gegen Drittligist Mainz-Bretzenheim beim 14:14 schwergetan haben“, freute sich Rödertals Trainerin Maike Daniels nach dem 23:18 (13:9)-Coup gegen Mainz. Dabei drückte ihre Mannschaft von Beginn an auf das Tempo und setzte sich beim 10:6 erstmals auf vier Tore ab. Ein Polster, das Bestand hatte. Auch weil die Rödertalbienen konsequent die Fehler von Mainz über schnelles Umschalten mit einfachen Toren zu bestrafen wussten. „Wir wollten viele Ballgewinne generieren“, lobte Daniels. Deren Team mit Wiederanpfiff den Vorsprung weiter ausbaute.

Angeführt von der starken Regisseurin Vanessa Huth, die mit vier Treffern beste HC-Werferin war. Rödertals Stärke spiegelte sich zudem in der Breite des Kaders wider. Zehn verschiedene Spielerinnen trafen. Das 19:13 zehn Minuten vor Ende glich einer Vorentscheidung. Wobei Mainz, das auf die ehemalige Kirchhoferin Christin Kühlborn (Knieprobleme) verzichten musste, mit zwei Treffern ins verwaiste Tor der Rödertalbienen nochmal auf 15:20 verkürzte, aber dem Ligakonkurrenten nicht mehr gefährlich werden konnte. Christine Burgard (6 Tore) und U20-Weltmeisterin Marleen Kern (5) überragten im FSV-Rückraum.

Tore Rödertal: Shaul 1, Huth 4, Meersteiner 3, Ott 3, Foley 1, Dekker 3, Davenport 3, Alderden 2, Frankova 2, Holste 1.

Tore Mainz: Mattig 2, Udaw 1, Burgard 6, Feiniler 3, Kern 5, Thoß 1.


■ Die Gastgeberinnen:

Die Löwinnen mussten sich viermal geschlagen geben und belegten den letzten Rang. Trotz der Niederlagen gegen Westfriesland SEW (20:21), Bergischen HC (20:26), FSV Mainz (19:25) und im Spiel um Platz sieben gegen den Rostocker HC (18:22) zeigte sich der SG-Coach mit den Auftritten seines Teams zufrieden. „Wir haben das gut gelöst und sind im Vergleich zum Vorjahr schon weiter. Mehr war nicht drin“, erklärte Christian Denk mit Blick auf die Ausfälle. Eine Schrecksekunde gab es für die Löwinnen beim Aufwärmen vor der Partie gegen den BHC. Emilia Damm knickte um und konnte mit dem Fuß nicht mehr auftreten. Eine Untersuchung soll heute Aufschluss über die Verletzung bringen. Im Spiel gegen den BHC erwischte es Neuzugang Nora Lundell. Sie zog sich nach einem Foul einen Pferdekuss im Oberschenkel zu. Gar nicht erst mitwirken konnte neben den verletzten Hannah Berk und Chantal Reimbold kurzfristig Torfrau Ana Ugrin (Zerrung), sporadisch lediglich Helen Sonntag (Entzündung in der Leiste).

Noch nicht eingesetzt wurde Katharina Koltschenko. „Es waren zu viele Ausfälle wichtiger Spielerinnen, die uns gezwungen haben, in anderen Konstellationen zu spielen“, erklärte Denk und lobte die kämpferische Leistung seiner Mannschaft. Die blieb gegen den BHC mehr als eine Halbzeit auf Augenhöhe. Eine Aufholjagd gelang gegen Westfriesland und insbesondere gegen Rostock, wobei Kirchhof nach dem 14:15 (30.) wieder abreißen lassen musste. Stark präsentierte sich vorn wie hinten Juliana Wagner. Zu überzeugen wusste zudem Vanessa Ulrich nicht nur im Rückraum, sondern auch vom Kreis. Ebenso Nachwuchshoffnung Anni Schmidt, die gegen Rostock viermal traf, auch von der ungewohnten Rechtsaußen-Position. Als einzige Außenspielerin blieb Denk Neuzugang Lea Walkowiak, die 13 Tore erzielte.


■ Auffälligkeiten:

Beste Torschützin des Turniers war Kirchhofs Juliana Wagner mit 26/8 Toren, die zudem mit ihrer Schwester Helena Wagner 14 von 15 Strafwürfen verwandelte. Zur besten Spielerin wurde vom Turniersieger Rödertal Spielmacherin Vanessa Huth gewählt, zur besten Torfrau die frisch gebackene U20-Weltmeisterin Lena Lindemann vom BHC. An beiden Tagen verfolgten 200 Zuschauer die 16 Spiele.

Eine Überraschung war das Unentschieden (14:14) von Drittligist Mainz-Bretzenheim gegen Rödertal, der auch gegen Zweitligist Rostock (20:18) gewann. Im Spiel um Platz Fünf musste sich Mainz-Bretzenheim aber dem Westfriesland SEW aus der niederländischen Eredivisie um Co-Trainerin Danique Boonkamp, die drei Jahre für Kirchhof spielte, geschlagen geben.


Die Ergebnisse: A-Jugend SG 09 Kirchhof – Westfriesland SEW II 34:30, Kirchhof II – HSG Dilltal 32:31; SG 09 Kirchhof – Westfriesland SEW 20:21, Rostocker HC – TSG Mainz–Bretzenheim 18:20, Bergischer HC – 1. FSV Mainz 05 21:26, HC Rödertal – SV Werder Bremen 31:21, Kirchhof – BHC 20:26, Rostock – Rödertal 15:21, Westfriesland – Mainz 18:29, Mainz-Bretzenheim – Bremen 19:25, Mainz – Kirchhof 24:19, Bremen – Rostock 23:22, Westfriesland – BHC 28:31, Mainz-Bretzenheim-Rödertal 14:14, Platz 7: Kirchhof – Rostock 18:22,
Platz 5: Mainz-Bretzenheim – Westfriesland 18:22, Platz 3: BHC – Bremen 28:16, Finale: Mainz – Rödertal 23:18.


Quelle: HNA vom 10.08.2026

Foto: Ingo Bachmann