2.Alsco Handball Bundesliga Frauen   Spielberichte

2. ALSCO HBF

Saison 2025/2026

Füchse Berlin vs. SG 09 Kirchhof

24.01.2026 19:30h

Ergebnis:

Lotti ist zu Gast bei Freunden

Torhüterin im Fokus – Kirchhof krasser Außenseiter bei den Füchsen

Berlin/Kirchhof – Mit den Berliner Füchsen verbinden sie schöne Erinnerungen bei der SG 09 Kirchhof. 2017 stiegen beide Klubs gemeinsam in die 2. Handball-Bundesliga auf. Aus sechs Zweitliga-Gastspielen in der Hauptstadt brachten die Löwinnen nicht weniger als vier Siege mit. Kirchhof gewann 2013 (29:28), 2018 (27:26), 2019 (33:28) und auch am 17. Februar 2024 (31:30) in der Sporthalle Charlottenburg. Jetzt sind die Vorzeichen zwar klarer denn je, wenn der Neuling als Drittletzter beim Aufstiegsaspiranten als Tabellenzweiten zu Gast ist (Sa. 19.30 Uhr), aber für eine SG-Akteurin könnte die Vorfreude dennoch nicht größer sein.


„Dieses Spiel steht schon lange in meinem Kalender“, macht denn auch Charlotta Martin aus ihrem Herzen keine Mördergrube. 2024 war sie vom Berliner TSC zu den Löwinnen gewechselt. Mit Berlin verbindet sie die meisten Erinnerungen, auch wenn die Familie in ihrer Kindheit „aufs Land“ ins benachbarte Falkensee zog. Am Samstag, ausgerechnet am Geburtstag von ihrer Mutter Franziska, wird daher ein „Lotti-Fanclub“ in der Halle sein. Darunter ihr Verlobter Florian Börner, der in der Jugend-Bundesliga beim VfL Potsdam im Tor stand und inzwischen als Schiedsrichter dem DHB-Perspektivkader angehört.


Aber auch ehemalige Schüler der Eliteschule des Sports am Berliner Olympiapark werden sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. 2022 wurden einige davon im Trikot des Berliner TSC überraschend Deutscher Meister der B-Jugend. Mit Martin im Tor und Kristina Fodjo, Moana Thelemann sowie Leoni Baßiner im Feld. Einem Trio, das für 73 der 387 Saisontore bei den Füchsen steht (Baßiner 45/4, Fodjo 21 und Thelemann 7). Freundschaft bis heute inklusive. Ein Erfolg, den seinerzeit der 109-fache Nationalspieler Christian Fitzek als Trainer möglich machte. Auf dem Weg dorthin setzte sich der TSC im Viertelfinale gegen die HSG Blomberg-Lippe um Jule Hertha und Merle Pauser sowie im Halbfinale gegen den gastgebenden TV Hannover-Badenstedt um Vanessa Ulrich und Anna Rudolf durch. Also gleich gegen vier Spielerinnen, mit denen sie in dieser Spielzeit für Kirchhof auf der Platte stand, auch wenn Pauser inzwischen nach Fritzlar gewechselt ist.


Ihre eigene Rolle hat sich für die Torhüterin geändert. Nach einer Serie praktisch als Einzelkämpferin („im Nachhinein ein Segen, weil ich mit meinen Aufgaben gewachsen bin“), jetzt im Team mit der erfahrenerin Lena Schmid als Nummer eins. „Mit der 2. Liga habe ich mir einen Traum erfüllt, mit Lena bin ich ein Herz und eine Seele, wir supporten uns gegenseitig in jeder Aktion“, erklärt die Frohnatur, deren Trainer ebenfalls weiß, was er an ihr hat. „Lotti hat sich sehr gut entwickelt, sie ist immer total motiviert, bringt ihre Trainingsleistungen, geht voran. Sie drückt von hinten“, sagt Christian Denk. Das Stellungsspiel zu verbessern ist weiterhin ein Thema, ebenso „Ruhe bewahren trotz Emotionen“. Was für das gesamte Team ratsam ist, das zuletzt beim 23:31 gegen Waiblingen mal wieder Lehrgeld zahlte. Nach 46 Minuten hatte es 21:22 gestanden, bis zu ihrer Auswechslung in der 45. Minute war Martin ein guter Rückhalt.


Aus dieser Partie brachte Hannah Berk Kniebeschwerden mit, bekam aber bereits grünes Licht von Mannschaftsarzt Dr. Gerd Rauch. Die Linkshänderin muss sich daher dosiert vorbereiten, während Chantal Reimbold keinerlei Beschwerden mehr bremsen. Gegen einen Gegner, der nichts mehr zu verschenken hat. Durch die Niederlagen gegen Rödertal (24:25) und in Leipzig (24:33) liegen die Füchse schon sechs Punkte hinter Leipzig, könnten aber als Tabellenzweiter ebenfalls aufsteigen. „Berlin würde der 1. Liga richtig guttun“, erklärt Denk, der das Team von Trainerin und Ex-Nationalspielerin Susann Müller auf jeder Position doppelt stark besetzt sieht. Auch am Kreis, wo es zum Wiedersehen mit Angela Cappellaro kommt, die der SG-Coach 2021 als italienische Nationalspielerin nach Kirchhof gelotst hatte, ehe sie 2022 eine Liga höher nach Berlin ging. In die Hauptstadt, in der die Löwinnen am Samstag als krasser Außenseiter eigentlich nur gewinnen können. Diesmal sogar mit einer Berlinerin im Tor.


Quelle: HNA vom 23.01.2026

Foto: Artur Schöneburg

2. ALSCO HBF

Saison 2025/2026

VfL Waiblingen vs. SG 09 Kirchhof

17.01.2026 19:30h

Ergebnis: 23:31

Unter Wert geschlagen

Kirchhof gehen in der Crunchtime die Körner aus gegen Waiblingen

Melsungen – So enttäuscht waren sie lange nicht, die Handballerinnen der SG 09 Kirchhof. Minutenlang verharrten sie auf der Wechselbank. Stille. Auch das eine oder andere Tränchen ließ sich nicht verbergen. Große Ernüchterung im Lager der Löwinnen, die so guter Dinge waren, aus den ersten beiden Heimspielen der 2. Bundesliga in diesem Jahr Zählbares zu holen. Doch erst wurde die Partie gegen die HL Rosengarten 08-Buchholz verlegt, ehe es jetzt eine 23:31 (12:15)-Niederlage gegen den VfL Waiblingen setzte, die sich weit deutlicher anhört als sie es war.


Denn es war möglich, dass Kirchhof den VfL in seinem Heimspiel ebenso niederringt wie es zuvor mit Lintfort (24:12) und Freiburg (29:27) zwei Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt getan hatten. Zumal beim Gast mit Kimberly Gisa die Partnerin im Mittelblock von Isabell Kattner verletzt nur auf der Bank Platz nehmen konnte. Also startete bei Waiblingen die 19-Jährige Cosima Würdinger neben der 1,90 m großen Kreisläuferin. An dem Duo arbeitete sich Kirchhofs Angriff ordentlich ab. Dahinter lauerte mit der Dänin Sarah Norregaard Thomsen ein verlässlicher Rückhalt.


So kamen zunächst bei Kirchhof nur zwei Linkshänderinnen durch. Gabriela Vrabie, die auf Außen startete und Hannah Berk, deren Eins-gegen-eins-Stärken im Rückraum zur Geltung kamen. Die Ex-Wildungerin musste in der fünften Minute beim Stand von 2:2 mit schmerzverzerrtem Gesicht wegen einer Fußverletzung von der Platte, biss sich aber zurück. Womit sie in bester Gesellschaft war. Auch die für sie eingewechselte Vanessa Ulrich musste richtig einstecken. Nicht weniger als vier Kopftreffer kassierte die frühere Hannoveranerin von den körperlich überlegenen Waiblingerinnen. Ohne jedoch viel Aufhebens darum zu machen und Strafen beim Gegner zu provozieren. „Wir sind zu ehrlich“ haderten die, die es mit Grün und Weiß hielten. Die VfL-Akteurinnen waren da deutlich cleverer und zogen abgezockt ihre Siebenmeter. Besonders Kattner wurde dadurch ebenso ein rotes Tuch für Kirchhof wie die Unparteiischen.


Obwohl bei Kirchhof die Leistungsträgerinnen Juliana Wagner nach einer wegen des A-Jugend-Spiels kurzen Nacht, Jule Hertha, die auch noch wegrutschte, und Hannah Berk sich technische Fehler und Missverständnisse leisteten, blieb das Denk-Team dran. 46 Minuten lang blieb die Partie spannend. Die SG glich durch Hertha (17:17, 39.) und Sauerwald (18:18, 40.) aus, war bis zum 21:22 (46.) auf Augenhöhe.


„Um das Spiel richtig zu drehen, hätten wir aber auch die leichten Tore gebraucht. Zudem war das in der Abwehr nicht gut genug, besonders auf der rechten Seite haben wir es nicht gut gelöst“, erklärte Coach Denk. Dies bestrafte Samira Brand. Die elegante Strategin, die das zeigte, was den Löwinnen derzeit abgeht. Erfahrung, Cleverness und das ideale Gefühl, wann es besser ist, selbst erfolgreich abzuschließen oder die besser positionierte Mitspielerin einsetzen. Dadurch gelangen Waiblingen in der Crunchtime zwei 4:0-Läufe, die das Ergebnis deutlicher werden ließ als es lange den Anschein hatte.

Quelle: HNA vom 19.01.2026

Foto: Artur Schöneburg

Mit Krüger und Rudolf mehr Feuer

Kirchhof spielt nach unfreiwilliger Pause gegen Waiblingen „voll auf Sieg


Kirchhof – Das vergangene Wochenende gab dem Begriff Winterpause eine neue Note. Denn während die TG Nürtingen fast 700 Kilometer einfache Reise nach Berlin auf sich nahm, fielen vier der acht angesetzten Spiele der 2. Handball-Bundesliga aus. Vorsorglich wegen der Witterungsbedingungen bei der Anreise. Alle diese Partien sind noch nicht neu angesetzt. Umso mehr heißt es jetzt Gas zu geben für die SG 09 Kirchhof, die ebenso unfreiwillig spielfrei hatte wie der kommende Gegner VfL Waiblingen (Sa. 19.30 Uhr, Stadtsporthalle Melsungen).


Regeneration lautete die Konsequenz im Lager der Löwinnen. „Das hatten sich die Mädels verdient, weil acht Spielerinnen unserer ersten Mannschaft zusätzlich zum Training auch bei unserem Handball-Camp täglich von 9 bis 16 Uhr geholfen haben“, erklärt SG-Coach Christian Denk, unter dessen Regie erneut 111 Kinder drei Tage lang Kirchhof hautnah erlebten. Nun aber steht für das Zweitliga-Team der Alltag an. Das heißt: dringend Punkte sammeln für den Klassenerhalt. „Wir gehen auch gegen Waiblingen voll auf Sieg“, betont Denk.


Wohl wissend, dass Waiblingen zwar mit 2:8-Punkten statistisch zu den auswärtsschwächsten Teams zählt, dank 10:4-Zählern in den Heimspielen allerdings deutlich vor den Abstiegsrängen liegt. Der Tatsache geschuldet, dass der VfL mit 321 Gegentoren die fünftsärkste Abwehr der Liga stellt. Zum Vergleich: Kirchhof steht hier bei 376 Gegentreffern aus ebenfalls zwölf Partien. „Da ist die Handschrift des neuen Trainers deutlich erkennbar. Sie haben klare Absprachen im Mittelblock und auf Halb in der Deckung“, lobt Denk den Gegner. Coach beim Gegner ist der 42-jährige Michael Stettner, der die A-Jugend der SG Schozach-Bottwartal in die Bundesliga führte, ehe er deren erste Damen innerhalb von nur fünf Jahren bis 2020 von der Landesliga an die Spitze der 3. Liga brachte. Nach fünf Jahren im Männerbereich bis zur Regionalliga Baden-Württemberg war die 2. Bundesliga der Frauen Neuland für Stettner. Mit ihm erhofft sich der Sportliche Leiter Harald Beilschmied, der von 2001 bis 2004 für die MSG Melsungen/Böddiger spielte, nach vielen Trainerwechseln in jüngster Zeit vor allem Kontinuität auf der VfL-Trainerbank. Da passt es ins Bild, dass Waiblingen ganz frisch als Ersatz für die starke Linksaußen Maxime Luber (TG Nürtingen) die 22-jährige Hannah Hönig präsentiert hat, die von Schozach-Bottwartal kommen wird.


Im Mittelblock Waiblingens sind die beiden Kreisläuferinnen Isabell Kattner und Kimberly Gisa eingespielt, auf Halb Samira Brand und Isabel Toth erprobt. Spielmacherin Brand lässt ebenso gern ihre Mitspielerinnen glänzen wie auf der Gegenseite Jule Hertha. Spannend ist allerdings bei der Vorbereitung für Kirchhof besonders die Körpergröße beim Tabellenzehnten, denn Kattner ist ebenso wie die Halblinke Laura Nagy 1,90 m groß. „Da muss der Ball besonders gut laufen und wir brauchen unsere Eins-gegen-eins-Aktionen“, macht Denk deutlich. Qualitäten, die neben Hertha besonders auch Vanessa Ulrich und Hannah Berk zu bieten haben.


Zwei Kreisläuferinnen stehen jetzt aber auch bei den Löwinnen im Fokus. Nachdem Kirchhof in der richtigen Winterpause die Dänin Mille Bekke Andersen wegen Heimwehs hatte ziehen lassen müssen, wurde zunächst Luisa Krüger (SV Germania Fritzlar) und inzwischen auch Anna Rudolf (SG Blomberg-Lippe) nachverpflichtet. „Für Anna ist natürlich erst einmal alles Neuland, sie ist aber komplett motiviert und gibt uns neuen Schwung“, lobt ihr Coach, für den im Training „richtig Feuer drin ist“. Krüger hatte aus beruflichen Gründen passen müssen. Beide sind jetzt ebenso wie Juliana Wagner, Vanessa Ulrich und Dana Krömer Kandidatinnen für den Mittelblock. In dem wieder deutlich besser zugepackt werden soll als zum Jahresende beim 28:37 gegen Nürtingen oder zum Jahresbeginn beim 25:36 in Bremen. Um ihrem Namen als Löwinnen ebenso Ehre zu machen, wie es die Tigers auf der Gegenseite zuletzt beim 25:21 gegen Mainz und dem 28:20 gegen Rostock taten.



Quelle: HNA vom 16.01.2026

Foto: Artur Schöneburg

2. ALSCO HBF

Saison 2025/2026

SG 09 Kirchhof vs. HL Buchholz 08-Rosengarten

10.01.2026 18:00h

Ergebnis:

Ein Kellerduell mit vielen Parallelen

Kirchhof braucht Heimsieg über Rosengarten 08-Buchholz – Wagner fit

Kirchhof – Sie haben vieles gemeinsam, die Handballerinnen der SG 09 Kirchhof und die der HL Rosengarten 08-Buchholz. Beide Klubs setzen in dieser Spielzeit auf besonders junge Akteurinnen, die in Relation zur Konkurrenz etwas kleiner, dafür aber auch ein wenig schneller sind. Unterstützt von zwei erfahrenen Trainern, die im jeweiligen Verein prägend sind. Christian Denk hat in diesem Jahr „Silberhochzeit“, weil er seit 25 Jahren in Kirchhof alles trainiert, was ein Herz für den Handball hat. Auf der Gegenseite ist Dubravko Prelcec bereits seit 2018 in Rosengarten tätig, davon zwei Jahre sogar in der 1. Liga. Zwei Coaches, die mit allen Wassern gewaschen sind, und ein gemeinsames Ziel verfolgen. Beide wollen mit ihren Mannschaften im Mai den Klassenerhalt feiern. Weswegen das Kellerduell der 2. Bundesliga am Samstag (18 Uhr, Stadtsporthalle Melsungen) von enormer Bedeutung ist.


„Wir können mit einem Sieg die Abstiegsplätze verlassen, das treibt uns an. Im Leistungssport gibt es nun mal Druck, dem werden wir uns stellen“, erklärt Denk, dessen Team nach zwölf Spieltagen einen Punkt vor dem Schlusslicht aus Niedersachsen liegt. Auswärts sind die Handball-Luchse gar noch ohne Zähler, während Kirchhof mit erst zwei die wenigsten Punkte in Heimspielen gesammelt hat. „Wer diese Last besser verarbeiten kann, wird gewinnen. Ein schönes Spiel erwarte ich nicht, dafür aber viel Stress und Kampf“, betont Prelcec.


Was beiden Teams abgeht, ist Erfahrung auf dem Feld. Vorbei sind die Zeiten, als in Rosengarten bewährte Kräfte wie Spielmacherin Kim Land oder Kreisläuferin Evelyn Schulz aushalfen. Im Vorjahr wurde sogar die Ex-Kirchhoferin Jana Pollmer noch in fünf Spielen eingesetzt. Die 35-Jährige ist jetzt eine stolze Mama. Zudem musste die langjährige Kapitänin Svea Geist ihre Karriere aus gesundheitlichen Gründen beenden, ist als Co-Trainerin den Luchsen immerhin treu geblieben. Schmerzhaft waren daneben besonders die Abgänge von Spielmacherin Wiebke Meyer, die mit dem HC Leipzig verlustpunktfrei Tabellenführerin ist, und Rechtsaußen Meret Ossenkopp (SU Neckarsulm), die 11 Länderspiele für Deutschland vorweisen kann. Die erstliga-erprobte Marleen Kadenbach, um die herum eine Mannschaft aufgebaut werden sollte, konnte wegen Kniebeschwerden noch keine Minute helfen.


Daher schmerzten die Punktverluste zu Saisonbeginn gegen Freiburg (24:24), gegen Lintfort (28:30) und in Rostock (23:24) doppelt. „Vergangene Saison haben wir die direkten Duelle gewonnen, hatten daher am Ende keine Probleme. Nun aber müssen wir wohl auch mal ein eigentlich unmögliches Spiel ziehen“, sagt Prelcec, dessen Team seinen einzigen Sieg ausgerechnet gegen eine Spitzenmannschaft feierte. Beim 32:31 gegen den Tabellenfünften HSV Solingen-Gräfrath, wo Deborah Spatz nach ihrem Wechsel aus Kirchhof als beste Torschützin voll eingeschlagen hat.


Bei den Löwinnen wissen sie hingegen, wie Duelle auf Augenhöhe gewonnen werden können. Das belegen das 31:26 gegen Leverkusen und das 26:23 in Freiburg. Obwohl eine Krankheitswelle zur Unzeit in Kirchhof umgeht und Kreisläuferin Luisa Krüger erneut aus beruflichen Gründen fehlt, ist Denk guter Dinge, mehr Optionen zu haben als beim 25:36 in Bremen. Juliana Wagner, die dabei erkrankt nur sechs Minuten auf der Platte stand, ist wieder fit. Nicht jedoch Linksaußen Emilia Damm, bei der der SG-Coach nur eine minimale Resthoffnung hegt.



Wagner genießt als beste Torschützin des Teams (66/26) ebenso volles Vertrauen wie Strategin Jule Hertha als stärkste Assist-Geberin (37), die in dieser Statistik Siebte der gesamten Liga ist. Nervenstärke und Führungsqualitäten unterstrichen trotz fehlender Ergebnisse die flexibel einsetzbare Linkshänderin Hannah Berk sowie Lena Schmid. Die 24-Jährige, inzwischen mit Marie Sauerwald gemeinsam Kapitänin. Mit im Schnitt 9,5 Paraden pro Partie ist Schmid hier Zweite der Spielklasse. Mehr hat mit 10,1 allein Anja Rossignoli zu bieten. Die italienische Nationalspielerin in Diensten Rosengartens ist – eine weitere Parallele – Spielführerin der Luchse. Weswegen nicht nur deren Trainer Prelcec ganz besonders auf das Duell im Tor schauen wird.


Quelle: HNA vom 02.01.2026

Foto: Artur Schöneburg

2. ALSCO HBF

Saison 2025/2026

SV Werder Bremen vs. SG 09 Kirchhof

03.01.2026 18:30h

Ergebnis: 36:25

Wenn der Angriff stottert

Kirchhof in Bremen erneut chancenlos – Reimbold Lichtblick neben Berk

Bremen – Die Handballerinnen des SV Werder Bremen sind ein Stammgast beim Heinrich Horn Gedächtnisturnier in Melsungen. Geschätzt im Lager der SG 09 Kirchhof. Vereint in den Farben, denn beide Klubs tragen Grün und Weiß. Jubeln konnten nun aber ausschließlich die Hänsestädterinnen, die dem Neuling der 2. Bundesliga beim 36:25 (17:12) eine Lektion erteilten.

Da blieb für Kirchhof nur eine gute Nachricht. Alle anderen Kellerkinder, konkret die letzten sechs der Tabelle, unterlagen am Wochenende ebenfalls. Am klarsten der TuS Lintfort (27:44 in Regensburg) und die HL Buchholz 08-Rosengarten (26:43 in Nürtingen), die am Samstag (18 Uhr, Stadtsporthalle) zum Kellerduell als Schlusslicht zum Vorletzten Kirchhof reisen werden. „Da brauchen wir wieder ganz viel Unterstützung von unseren Zuschauern. Wir befinden uns leider in einer schwierigen Phase, weil uns die WM-Pause nicht gutgetan hat“, betont Christian Denk.

Der SG-Coach möchte zwar nicht nach Ausreden suchen, führt aber konkret für die Niederlage in Bremen durchaus auch eine Krankheitswelle als Erklärung an. So war über Nacht Emilia Damm ausgefallen und musste vom Spielbericht gestrichen werden. Nicht viel besser erging es Juliana Wagner. Die 18-Jährige, die so famos in ihrer ersten Saison bei den Frauen eingeschlagen hat, versuchte es zwar, musste aber nach sechs Minuten angeschlagen von der Platte gehen. Wenig später nahm Denk auch Jule Hertha runter, die ebenfalls nicht in der Lage war, zu helfen. „In Summe mussten einfach zu viele Spielerinnen auf zu vielen Positionen spielen“, betonte Denk. Erneut den besten Eindruck hinterließ dabei jedoch diejenige, die auf gleich vier Positionen mitwirkte. Auf allen drei im Rückraum und auf Rechtsaußen: Hannah Berk, die zudem aufmerksam verteidigte und immer wieder Bälle klaute oder abfing.

Berk verteidigte zunächst auf halb, später beim Wechsel auf 5:1 auf der Spitze und zu guter Letzt als mit kurzer Leine bei der ganz offensiven Variante. Keine Frage, Denk hatte sich einiges einfallen lassen, um den Gegner vor Aufgaben zu stellen. Über 6:2 (7.) und 9:4 (13.) zog Werder dennoch auf 12:7 davon (22.). SV-Rückhalt Wioleta Pajak und die gut harmonierende Abwehr der Gastgeberinnen waren dabei zu hohe Hürden für Kirchhof. Nur Einzelaktionen – vor allem von Vanessa Ulrich – brachten Erfolg, im Positionsangriff wirkte die SG zu statisch. Auch Ersatz-Kreisläuferin Dana Krömer, die in der Deckung überraschend auf Außen stand, konnte nicht wirklich punkten.

Lediglich ein 3:0-Lauf nach einem Doppelschlag der eingewechselten Gabriela Vrabie sowie einem Tor von Vanessa Ulrich ließ das Denk-Team kurz hoffen (26.). Die Antwort der Mannschaft von Trainerin Renée Verschuuren? Ebenfalls ein 3:0-Lauf zum 15:10 (28.). Da gereichte auch der beherzte Auftritt von Chantal Reimbold nicht zur Wende. Fünf ihrer sechs Tore gelangen der Ex-Fritzlarerin vor der Pause. Danach zeigte sich auf der Gegenseite auch die bessere Breite. Leni Ruwe, 2025 die treffsicherste Akteurin beim Heinrich Horn Gedächtnisturnier, und Anna-Lena Bergmann waren im Rückraum nach ihren Hereinnahmen nicht zu stoppen. Spätestens beim 24:14 durch Leni Ruwe (42.) war nur noch die Höhe des Heimsieges offen. Einhergehend mit vielen Fragezeichen in Schwarz, der Ausweichfarbe Kirchhofs. Aus der am kommenden Samstag wieder Grün und Weiß wird. Im bis dato wichtigsten Spiel dieser Saison.


Bremen: Pajak (14 P./17 GT.), Friesen (5/8) - Budelmann 4, Pods 1, Birk 6/2, Becker 2, Defayay 1, L. Ruwe 4,

Schumacher 3, Bergmann 7, Muderloh, E. Ruwe 1, Niemann 2, Albert 5.


Kirchhof: Schmid (10/27), Martin (3/9) - Sauerwald 1, Berk 3, Reimbold 6/3, Wagner 3/2, Hertha, Ulrich 6, Krömer, Adam 4, Vrabie 2, Grün.
SR: Philipp Etzold/Lennard Zerlin. Z: 300.
Siebenmeter: 2/3:5/6.
Zeitstrafen: 0:6-Minuten


Quelle: HNA vom 02.01.2026

Foto: Artur Schöneburg

Kirchhof und das Kreis-Rätsel

Wochen der Wahrheit beginnen in Bremen – Krüger fehlt zwei Spiele

Kirchhof – Das Handballfest ist schon wieder Geschichte. Die traumhafte Kulisse mit 1200 Zuschauern in Rotenburg, die allerdings kein gutes Ergebnis für die SG 09 Kirchhof einbrachte, sondern eine 28:37-Niederlage nebst „Reizüberflutung“ (Denk) gegen die TG Nürtingen. Einhergehend mit verschlechterter Ausgangslage in der Tabelle der 2. Bundesliga. „Jetzt kommen die Spiele, in denen wir punkten wollen und müssen“, erklären SG-Coach Christian Denk und Hannah Berk unisono vor den Wochen der Wahrheit. Beginnend mit der Partie beim SV Werder Bremen (Sa. 18.30 Uhr), ehe es in den Heimspielen in Melsungen gegen HL Buchholz 08-Rosengarten (10.1.) und VfL Waiblingen (17.1.) gilt.


Linkshänderin Berk war die einzige Feldspielerin in der Startformation gegen Nürtingen, die sich von der Atmosphäre nicht hemmen, sondern beflügeln ließ. Nun kommt es für sie und ihre Teamkolleginnen Jule Hertha und Fiona Adam zum Vergleich mit ehemaligen Akteurinnen der HSG Bad Wildungen, von der das Trio vor der Saison gewechselt war. Linksaußen Farina Meyer zog es parallel nach Bremen. Ebenso die zweite Linksaußen Tessa Budelmann, deren Vertrag in Bad Wildungen nur für die 2. Bundesliga Gültigkeit hatte, so dass auch sie sich nach vier Jahren in Blomberg den Hansestädterinnen anschloss. 2024 war Emma Ruwe von den Südwaldeckerinnen zum SVW gegangen, wo sie aktuell mit 65/28-Toren am treffsichersten ist.

Damit ist die 1,80 m große Spielmacherin, deren Schwester Leni ebenfalls zum Bremer Rückraum zählt, viertbeste Torschützin der Liga, knapp vor Kirchhofs Juliana Wagner (63/24). Auf die 18-Jährige kommt erneut eine Schlüsselrolle zu, denn sie bekommt eine neue Partnerin im Mittelblock. Der Tatsache geschuldet, dass Coach Denk ein Kreis-Rätsel zu lösen hat. In der Winterpause hatte Mille Bekke Andersen wegen Heimwehs den Verein in Richtung Dänemark verlassen. Als Nachfolgerin legte Luisa Krüger einen vielversprechenden Start hin und hatte keinerlei Eingewöhnungsprobleme. Nun aber fehlt die Ex-Fritzlarerin aus beruflichen Gründen in den kommenden beiden Spielen.


Naheliegend wäre, dass sich die umfunktionierte Dana Krömer dadurch mehr Spielzeit erhält. Auch Eigengewächs Meriam Grün könnte sich beweisen. Als dritte Option aber ist denkbar, dass sich der Coach etwas Besonderes einfallen lässt. Etwa eine Außen, die an den Kreis übergeht oder auch ein Angriff-Abwehr-Wechsel. Wichtiger als wer spielt, ist es für den Coach, wie gespielt wird. „Wir müssen bei Bremen das Zusammenspiel von Ruwe mit dem Kreis unterbinden. Im Training war der Fokus klar auf der Abstimmung, die besser passen muss als gegen Nürtingen“, sagt Denk.


Dabei habe sich das Team selbstkritisch präsentiert. Ganz im Sinne von Hannah Berk, die bekräftigt: „Wir müssen zusammen wieder fokussierter auftreten und stellen uns erneut auf eine relativ große Mannschaft ein, bei der wir deutlich mehr dagegenhalten müssen.“ 1,79 m sind die Bremerinnen am Kreis und im Rückraum im Durchschnitt groß, was bei Kirchhof allein Krömer (1,81 m) und Adam (1,80 m) zu bieten haben. Die mit den Löwinnen nur allzu gern den beiden Saisonsiegen über Leverkusen im September (31:26) und in Freiburg im November (26:23) endlich den dritten Erfolg nach dem Wiederaufstieg feiern würden. Gegen einen formstarken Gegner, der seit drei Heimspielen ungeschlagen ist (21:21 gegen Berlin, 34:26 gegen Lintfort, 23:23 gegen Freiburg) und zuletzt mit 28:25 gegen Rostock gewann.

Quelle: HNA vom 02.01.2026

Foto: Artur Schöneburg

2. ALSCO HBF

Saison 2025/2026

SG 09 Kirchhof vs. TG Nürtingen

28.12.2025 16:00h

Ergebnis: 28:37

SG 09 Kirchhof verliert vor 1200 Fans in Rotenburg gegen TG Nürtingen

Vor Rekordkulisse unterlag Aufsteiger SG 09 Kirchhof mit 28:37. Trainer Christian Denk sprach von zu viel Respekt und Hemmungen in der Deckung in der ersten Halbzeit.


Nicht immer ist eine tolle Kulisse ein Vorteil für die Gastgeber. Dann nämlich, wenn aus zu hohen Erwartungen wackelige Arme und Beine werden. Dies mussten die Zweitliga-Handballerinnen der SG 09 Kirchhof leidvoll erfahren. Vor 1200 Zuschauern in der Göbel Hotels Arena in Rotenburg unterlag der Aufsteiger dem neuen Tabellendritten TG Nürtingen mit 28:37 (13:22) und ist somit auf den vorletzten Platz abgerutscht.


„Wir hatten leider ein bisschen zu viel Respekt vor dieser fantastischen Kulisse und dem Gegner. In der Deckung waren wir in der gesamten ersten Halbzeit zu gehemmt“, erklärte SG-Coach Christian Denk. Dadurch verpuffte die Euphorie im Sauseschritt. Vorfreude, die Hallensprecher Jorias Bach ausgelöst hatte, als er die Göbel Hotels Arena in ein Lichtermeer dank der Handys auf den Tribünen verwandeln ließ. Zusätzlich aufgeheizt durch Maskottchen Leo Löwenherz und Liedern wie „Country Roads“.

Da sollte das erste Kirchhof-Tor im Stehen gefeiert werden – und wollte einfach nicht fallen. 0:1, 0:2, 0:3, 0:4, 0:5. In den ersten sechs Minuten klappte so gar nichts. Da waren die SG-Spielerinnen mitunter hypernervös. Vor allem Juliana Wagner wollte kaum etwas gelingen. Nach Fangfehlern, Fehlpässen und sechs Fahrkarten wurde sie schließlich von ihrem Trainer erlöst. „Wir dürfen nicht vergessen, dass Juliana erst 18 ist. Aber sie und die ganze Mannschaft werden aus diesem Spiel lernen“, stellte sich Denk schützend vor seine Nummer 15 und das Team.


Wachgeküsst wurde Kirchhof von Hannah Berk. Von der gebürtigen Bad Hersfelderin, die in der Nähe ihrer Heimat besonders motiviert agierte und ihre Mitspielerinnen immer wieder antrieb und aufbaute. „Wir waren in der Deckung oft allein und haben uns zu wenig geholfen. Dadurch sind die schnellen Nürtingenerinnen oft durchgebrochen und haben zudem auch über die Außen abgeräumt“, erklärte die Linkshänderin. Nachdem sie ein Foulspiel gezogen hatte, kassierte Ronja Bühler eine Zeitstrafe, und Wagner gelang per Siebenmeter das erste Kirchhof-Tor (7.). Dem in Überzahl zwei weitere durch Berk und Damm folgten, ehe Wagner zum 4:5 verkürzte (9.).


Dies sollte zunächst jedoch ein Strohfeuer bleiben. Zu klug führte die elegante Lisa Fuchs auf der Gegenseite Regie und schwang sich zur Unterschiedsspielerin auf. Über 8:4 (14.) und 11:5 (17.) enteilte das Team von Trainer Manel Cirac auf 15:6 (22.). Luise Bauder machte gar beim 22:12 eine erste Zehn-Tore-Führung der Gäste perfekt (30.). Die noch höher hätte ausfallen könne, wenn nicht Lena Schmid gegen ihren Ex-Klub die eine oder andere starke Parade gezeigt und zwei Siebenmeter gehalten hätte.

„Nach der Pause haben wir es Nürtingen viel schwerer gemacht und in der Abwehr viel besser verschoben“, konnte Berk mit Fug und Recht behaupten. Eine Leistungssteigerung, an der drei eingewechselte Feldspielerinnen ihren Anteil hatten. Linksaußen Marie Sauerwald, Rechtsaußen Gabriela Vrabie und im Angriff Rückraumkraft Chantal Reimbold, die in ihrem Team am Ende die besten Trefferquoten aufzuweisen hatten. Zudem punktete auch die eingewechselte Torfrau Charlotta Martin.


Dem gegenüber lief es für Fiona Adam ebenso bitter, weil sie nach ihrem ersten Fehlwurf gleich wieder raus musste, wie für Dana Krömer. Die zweite Kreisläuferin, die eigentlich Rückraumspielerin ist, kassierte jeweils wenige Momente nach ihrer Hereinnahme eine Zeitstrafe. Womit die Löwinnen die zweite Halbzeit mit einem Remis beendeten, jedoch nie mehr als bis auf sieben Tore herankamen. Und nun in den kommenden Wochen der Wahrheit hoffen müssen, dass sich Hannah Berk nicht schlimmer an der linken Schulter verletzt hat, nachdem sie nach einem Foulspiel unsanft aufgekommen war.


Quelle: HNA Online vom 29.12.2025

Foto: Artur Schöneburg

Knifflige Aufgabe in Rotenburg

Mit Rückkehrerin Ulrich gegen Tabellenvierten Nürtingen gefordert

Kirchhof  – Die Göbel Hotels Arena in Rotenburg weckt schöne Erinnerungen im Lager der SG 09 Kirchhof. Am 7. Juni dieses Jahres feierten die Löwinnen dort nach einem 35:16-Kantersieg über den Frankfurter HC ihren siebten Aufstieg in die 2. Bundesliga. Unterstützt von 900 Zuschauern. Eine ähnliche Kulisse ist am Sonntag zu erwarten, wenn Kirchhof den starken Tabellenvierten TG Nürtingen zu Gast hat (Anwurf 16 Uhr).

„Wir wollen unseren Fans nach einem für unseren Verein tollen Jahr noch einmal etwas bieten, ehe Wochen der Wahrheit anstehen“, erklärt Christian Denk. Damit blickt der SG-Coach auch schon voraus, weil anschließend bei Werder Bremen (3. Januar, 18.30 Uhr) und in den Heimspielen in Melsungen gegen HL Buchholz 08-Rosengarten (10. Januar, 18 Uhr) und VfL Waiblingen (17. Januar, 18 Uhr) Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte warten. Da sind die Chancen auf Punkte deutlich größer.

Doch auch Nürtingen, wo Löwinnen-Rückhalt Lena Schmid bis 2022 spielte, ist schlagbar. Zuletzt verloren die Baden-Württembergerinnen drei Auswärtsspiele in Folge: 30:31 in Solingen, 30:32 in Regensburg und 29:30 in Leipzig. Die jüngste Niederlage unterstreicht indes vielmehr, dass die TG ein Top-Team geworden ist, weil die Mannschaft von Trainer Manel Cirac beim souveränen Spitzenreiter mit bis zu vier Toren in Führung lag und ganz dicht am Coup vor 1200 Zuschauern dran war.

Unter Cirac gewann die TG in der Saison 2023/24 beide Duelle gegen Kirchhof (24:22, 39:28) und beendete die beiden jüngsten Serien als Vierter. „Das ist jetzt aber eine ganz andere und extrem aggressive Mannschaft. Sie sind besser als ihr Tabellenplatz und werden gegen uns besonders motiviert sein“, sagt der A-Lizenz-Inhaber, der sogar einen Bezug nach Nordhessen hat. Denn der 37-Jährige ist für die Männer der MT Melsungen um seinen Landsmann und Chefcoach Roberto Garcia Parrondo als Spielanalyst tätig.

Auch für MT tätig

Cirac muss nach der „a-typischen Woche“ wegen Weihnachten und für ihn Tagen bei der Familie in Spanien weiterhin auf Nele Nusser (Knöchel) und Michelle Schäfer (OP) verzichten, wodurch es im Rückraum um Kapitänin Lisa Wieder nur noch vier Akteurinnen gibt. Jedoch eben auch viel Qualität, denn 339 Treffer in zehn Spielen sind mit Abstand Liga-Bestwert. Linksaußen Ronja Bühler (49/3) und ihr Pendant Nina Fischer (39) wirbeln auf den Flügeln, die 1,83 m große Kreisläuferin Nora Erhardt (27) gilt es ebenso zu bremsen wie die Halblinke Leonie Dreizler (65/16) sowie vor allem Lisa Fuchs (57/19). Das ist die 20-jährige Spielmacherin. In der vergangenen Spielzeit zeigte deren Schwester Mia Fuchs Kirchhofs B-Jugend im Trikot des HC Erlangen Grenzen auf.

Zu denen, die es nun mit den Frauen der SG 09 besser machen wollen, zählt Vanessa Ulrich. Die 20-Jährige konnte beim jüngsten 28:30 in Rostock erkrankt nicht helfen. Nun aber ist die abwehrstarke Rückraumkraft wieder fit und kann sich zudem auf reichlich familiäre Unterstützung auf den Rängen freuen, nachdem sie Weihnachten in Neindorf bei Wolfsburg neue Energie getankt hat. „Ich liebe knifflige Aufgaben, weil Spiele gegen Top-Teams die schönsten Spiele sind. Wir wollen wieder viel über unsere Emotionen kommen“, erklärt die Neuerwerbung von Hannover-Badenstedt, die bis dato die Erwartungen übertroffen hat. Beim einzigen Auswärtssieg, dem 26:23 in Freiburg, war sie ein wesentlicher Faktor.

Doppelt bemerkenswert ist dies, weil sie als Rechtshänderin auf Halbrechts agiert. „Vanessa passt perfekt in mein System, deckt sehr gut auf halb, hat aber auch schon im Mittelblock geholfen. Sie hat ein tolles Auge und starkes Eins-gegen-Eins“, lobt Denk die Nummer 48. Woran sie noch arbeiten möchte, ist vor allem der Abschluss: „Ich will noch mehr Zug zum Tor entwickeln und besser die Lücken erkennen, in die ich dann stoßen möchte. Als Mannschaft ist es allerdings auch wichtig, dass wir den Ball noch besser laufen lassen und ruhiger agieren.“

Tickets und Schaddel

Tickets für das Spiel in der Göbel Hotels Arena in Rotenburg gibt es zu 15 Euro an der Tageskasse, die um 14.30 Uhr öffnet. Es ist freie Sitzplatzwahl. Die Stimmung zusätzlich anheizen soll die Tanzgruppe Spotlight aus Bebra. Ein kostenloser Pendelbus, nordhessisch „Schaddel“, fährt um 14.30 Uhr ab Busbahnhof Melsungen. Die Rückfahrt erfolgt 30 Minuten nach Spielende.

Quelle: HNA vom 22.12.2025

Foto: Pressebilder Hahn

2. ALSCO HBF

Saison 2025/2026

Rostocker Handball Club vs. SG 09 Kirchhof

15.11.2025 18:00h

Ergebnis: 30:28

Gegenwind statt Rückenwind

Kirchhof unterliegt in Rostock trotz mehrerer Führungen im Aufsteigerduell

Rostock – Wochenlang war es ruhig an der Ostsee. Da kam kaum eine Brise auf. Nun aber ist es stürmisch geworden an der deutschen Küste. Immerhin trocken, was die Hoffnung im Lager der SG 09 Kirchhof nährte, unbeschadet und mit Rückenwind aus der WM-Pause in den Alltag der 2. Handball-Bundesliga zurückkehren zu können. Doch der schöne Schein trog. Im Aufsteigerduell unterlagen die Löwinnen beim Rostocker HC mit 28:30 (13:14).

„Diese Niederlage tut sehr weh, weil mehr drin war. Rostock ist dadurch in der Tabelle leider erstmal weg“, erklärte SG-Coach Christian Denk. Dessen Team bleibt nach einem Drittel der Saison auf einem Abstiegsplatz, während die Dolphins mit sechs Punkten Vorsprung vor der SG 09 Neunter sind. Ein deutlicher Unterschied, der auf der Platte über weite Strecken der wellenartigen Partie nicht erkennbar war. Den besseren Start vor 460 Zuschauern in der Fiete-Reder-Halle erwischten die Gastgeberinnen.



Kirchhof kam dank Luisa Krügers Energieleistung auf 3:4 heran (8.). Die aus Fritzlar nachverpflichtete Kreisläuferin machte über 58 Minuten – ansonsten büßte sie eine Zeitstrafe ab – einen ordentlichen Job und gab der Deckung im Mittelblock zusammen mit Juliana Wagner Halt. Dahinter präsentierte sich Lena Schmid einmal mehr als stabiler Rückhalt. Siebenmeterwerfen war auf der Gegenseite angesagt, weil sich Kirchhof bis zur Pause sieben Strafwürfe erarbeite. Vier ihrer ersten fünf verwandelte Wagner, was ihrem Team eine erste 6:5-Führung einbrachte (15.).


Als sich beim RHC vermehrt Fehler einschlichen, setzten sich die Löwinnen angetrieben von der emsigen Regisseurin Jule Hertha sowie dank gutem Rückzugsverhalten nach einem 3:0-Lauf auf 9:7 ab (19., Hertha). Wagner ließ den zehnten SG-Treffer zunächst liegen, weil die eingewechselte Kiana Zidorn mit ihrer ersten Aktion vom Punkt parierte –und fortan zu einem Faktor zwischen den Pfosten wurde. Doch Wagner und Co. blieben am Ball. Ein anständiger Vorsprung zum Seitenwechsel lag nach dem verwandelten Siebenmeter von Chantal Reimbold zum 13:10 in der Luft (27.). Doch Rostock hatte noch eine zweite 19-Jährige zu bieten, die der Partie ihren Stempel aufdrückte. Emma Dubrau nämlich, die auf Halblinks von Marie Sauerwald nicht zu stoppen war und mit fünf blitzsauberen Toren zum 14:13 für strahlende Dolphins sorgte (30.).


Das war der erste von drei 4:0-Läufen des RHC, die Kirchhof zum Verhängnis werden sollten. Der Zweite hätte nicht bitterer sein können, weil das Denk-Team drei Gegentore binnen nur 36 Sekunden kassierte (19:18, 40.). Darunter ein „Kacktor“. Denn Schmid parierte gegen Patrycija Drewnik beim Gegenstoß, jubelte – ehe der Ball im hohen Bogen doch noch im Netz einschlug. Dies war jedoch nicht ausschlaggebend dafür, dass aus einem möglichen Auswärtssieg eine Niederlage wurde. „In der zweiten Halbzeit haben wir keinen Siebenmeter mehr gezogen, weil wir nicht mehr so konsequente in die Lücken gegangen sind. Wir waren etwas zu überhastet und haben einige Bälle zu leicht weggeschmissen“, haderte Denk. Ein Lichtblick: Emilia Damm, die auf Linksaußen zuverlässig traf, während zuvor Kapitänin Sauerwald vier Fahrkarten gesammelt hatte. Dem 24:24 der 16-Jährigen folgte jedoch der nächste 4:0-Laufs Rostocks. Der Dritte und Entscheidende, der statt Rückenwind Gegenwind für Kirchhof bedeutet.


Am Sonntag in Rotenburg gefordert

Das kommende Heimspiel führt die SG 09 in die Göbel Hotels Arena. Nach Rotenburg, wo Kirchhof vor sechs Monaten durch ein 35:16 gegen den Frankfurter HC die Rückkehr in die 2. Bundesliga zurückkehrte. 900 Fans hatten dies am 7. Juni gefeiert. Für die kommende Partie gegen den Tabellenvierten TG Nürtingen (So. 16 Uhr) hoffen sie nun auf 1000 Zuschauer, mehr als 500 Tickets sind bereits verkauft.

Quelle: HNA vom 22.11.2025

Foto: Pressebilder Hahn

„Ohne Druck“ geht‘s an die Ostsee

Kirchhof gastiert in Rostock – Krömer erinnert sich an die Aufstiegsspiele

Wird immer mehr am Kreis gebraucht: Dana Krömer (Nr. 73) von der SG 09 Kirchhof, hier in Aktion gegen Angela Cappellaro von den Füchsen Berlin. © Foto: Heinz Hartung

Kirchhof – So eine Handball-Pause kann schon lang sein, fordert Geduld ein. Gerade dann, wenn sie mitten in der Saison erfolgt und auch noch über vier Wochen anhält. Die SG 09 Kirchhof war jetzt in dieser Situation – entsprechend groß ist die Vorfreude bei den Löwinnen, in der 2. Bundesliga wieder auf die Platte zu gehen. Im Auswärtsspiel beim Rostocker HC (Sa. 18.30 Uhr, Fiete Reder Sporthalle), einem Gegner, der in Kirchhof noch bestens bekannt ist. Noch im Sommer stellten sich die Hansestädterinnen der SG in der Aufstiegsrunde in den Weg. Dort, wo am Ende beide Mannschaften den Schritt ins Unterhaus bejubeln durften


Beide Duelle waren mit reichlich Spannung versehen. Auf einen 27:24-Heimerfolg gegen den RHC folgte damals zweieinhalb Wochen später eine 31:32-Niederlage. Eine knappe Partie, an die sich Dana Krömer noch gut erinnern kann: ,,Das war ein sehr emotionales Spiel. Die haben uns in hitziger Atmosphäre alles abverlangt“, sagt die 22-Jährige. Damals hatte die gebürtige Eisenacherin mit vier Treffern eine überzeugende Leistung an den Tag gelegt, konnte die Pleite jedoch auch nicht abwenden. Das soll nun anders laufen: „Wir haben aus diesem Spiel unsere Lehren gezogen und wissen jetzt, worauf es ankommt, um gegen Rostock erfolgreich zu sein“, meint Krömer, die inzwischen immer häufiger am Kreis zum Einsatz kommt. Der jüngste Abgang von Mille Bekke Andersen dürfte dafür sorgen, dass die gelernte Rückraumkraft noch weiter in die Rolle wachsen wird. Kein Problem für die Nummer 73: „Ich nehme diesen Wechsel sehr gerne an, weil ich der Mannschaft damit noch mehr Variabilität im Angriff verleihen kann.“


Die dürfte es gegen die Mannschaft aus Mecklenburg-Vorpommern brauchen. Der Aufsteiger hat sich in der neuen Spielklasse bestens akklimatisiert, rangiert derzeit mit 8:10-Punkten auf dem neunten Tabellenplatz. Mit der Abstiegszone hat der RHC derzeit also wenig zu tun. „Ich schätze Rostock sehr gut ein. Die sind voll im Soll, haben gegen ihre Mitkonkurrenten bislang überzeugt“, meint Christian Denk zum starken Saisonstart der Hansestädterinnen. Da spielt es für den Übungsleiter der SG auch keine Rolle, dass der Tabellenneunte, der mit Rückraumass Nele Reimer die fünftbeste Torschützin (50) der Liga in seinen Reihen hat, im Kollektiv den schlechtesten Angriff der Klasse (219 Tore) stellt. „Woran das bei denen liegt, kann ich mir nicht erklären. Sie stehen in jedem Fall verdient dort, wo sie sind“, meint Denk, für den das Auswärtsspiel an der Ostsee auf persönlicher Ebene eine Premiere sein wird. Noch nie war der SG-Coach in der Fiete Reder Sporthalle zu Gast. Es wird also auf seine Spielerinnen ankommen, die Erfahrung aus den beiden Aufstiegsspielen zu nutzen. Und so für einen Erfolg zu sorgen: „Wir fahren da nicht sechs Stunden hin, um uns zu verstecken. Wir wollen auf Augenhöhe agieren und etwas mitnehmen“, erklärt Denk. Dafür müsse es seinem Team gelingen, „gute Lösungen in der Offensive zu kreieren“.

Doch ganz egal, wie es kommt – Denk erwartet ein Spiel auf Augenhöhe, in das sein Team „ohne jeglichen Druck und ohne Angst“ gehen könne. Mit einem Sieg dürfte sich die SG vor dem Kracher gegen die TG Nürtingen (28. Dezember) in der Göbel-Hotels-Arena in Rotenburg vorerst von den Abstiegsplätzen verabschieden.


Quelle: HNA vom 19.11.2025

Foto: Artur Schöneburg

2. ALSCO HBF

Saison 2025/2026

SG 09 Kirchhof vs. HC Leipzig

15.11.2025 18:00h

Ergebnis: 17:28


Leipzig eine Nummer zu groß

Kirchhof bringt den HC nur zeitweise ins Wanken – Schmid abermals stark

Melsungen – Eine hohe Niederlage muss nicht immer mit einer schlechten Leistung verbunden sein – das haben die Handballerinnen der SG 09 Kirchhof in der 2. Bundesliga einmal mehr bewiesen. Im Heimspiel gegen den Tabellenführer HC Leipzig stand am Ende eine 17:28 (9:13)-Niederlage zu Buche. Gleichzeitig aber auch eine leidenschaftliche Vorstellung, mit der die Löwinnen dem Rekordmeister einen aufopferungsvollen Kampf lieferten.

So war nicht immer erkennbar, dass da ein Aufsteiger gegen den Deutschen Rekordmeister spielt, der zudem noch ohne Punktverlust angereist war. Im Gegenteil, die SG brachte den haushohen Favoriten zunächst mächtig ins Wanken.


Das Geheimrezept dafür fiel denkbar simpel aus - und war gleich nach Abpfiff schon gar nicht mehr geheim. Die Zuschauer in der Melsunger Stadtsporthalle sahen, wie Kirchhof mit einer ungewohnten 4:2-Deckung das Spiel zu seinen Gunsten gestaltete. Es war diese angepriesene Besonderheit, von der Coach Christian Denk im Vorfeld der Partie sprach. Mit Neuzugang Luisa Krüger und Marie Sauerwald, die im Mittelblock hellwach waren. Und mit Juliana Wagner und Hannah Berk, die aus der aggressiv vorgestellten Zweierreihe mutig auf die Passwege gingen und den Favoriten zu Fehlern zwangen. „Wir haben das wirklich gut gemacht, unser Plan ist aufgegangen“, meinte Denk zu seinem Ansatz, der so gut aufging, dass sich Leipzig regelmäßig im Positionsangriff verrannte. Und wenn die Gäste doch mal durchkamen, dann war Lena Schmid zur Stelle, die Torfrau brillierte mit zwölf Paraden. All diese Umstände mündeten in einer 5:3-Führung für Kirchhof - Wagner hatte diesen Spielstand mit ihrem bereits dritten Siebenmetertor zu diesem Zeitpunkt hergestellt (13.).


Es lief also nach Plan für Kirchhof. Doch je mehr Zeit verstrich, desto stärker wurden die Gäste. Es folgte eine Fünf-Tore-Lauf von Leipzig auf 6:9 (21.), auch, weil die SG zunehmend Probleme mit der 6:0-Deckung des HCL hatte. Besonders die Mitte hatten die Sachsen verdichtet, Laura Glocke und die großgewachsene Marlene Tucholke ließen im Mittelblock kaum etwas zu. Das zog sich wie ein roter Faden durch den weiteren Verlauf der Partie, die zahlreichen Angriffsversuche kosteten den Löwinnen reichlich Körner. Was Denk dazu bewegte, etwas für ihn Untypisches zu machen: er rotierte durch. Am Kreis wechselte sich Krüger fortan mit Mille Bekke Andersen ab, zudem kam die in Freiburg starke Dana Krömer auf die Platte. „Gegen so eine Mannschaft wie Leipzig kannst du es nicht mit sechs Feldspielerinnen durchhalten, da mussten wir etwas tun“, sagte Denk zu seiner gewählten Maßnahme. Die brachte einen Teilerfolg. Nachdem Leipzig nach der Halbzeitpause (9:13) auf 12:21 (43.) davongezogen war, hielt seine Mannschaft diesen Abstand, vermied eine Ergebnis-Blamage.


Es zeigte sich aber, was viele Zuschauer sicherlich erwartet hatten: Leipzig agierte mit einer immensen Qualität, war auch über Außen kaum zu stoppen, wo Pauline Uhlmann mit acht Treffern zur besten Werferin des Spiels avancierte. Und so war es schlussendlich dann eher ein Dagegenstemmen, als ein spielerisches Wunderwerk. Was gegen eine Mannschaft, die in dieser Saison über jeden Gegner hinüberrollt, freilich keine Blamage ist. Da passte es, dass Leipzigs Coach Erik Töpfer noch warme Worte für die SG parat hatte: „Ehrlich gesagt fällt das Ergebnis etwas zu hoch aus, Kirchhof hat es uns nicht leicht gemacht.“



Quelle: HNA vom 17.11.2025

Foto: Artur Schöneburg

„Wir brauchen etwas Besonderes“

Kirchhof empfängt Rekordmeister Leipzig zum letzten Spiel vor WM-Pause

Kirchhof – Vor etwa zwei Monaten hatte die SG 09 Kirchhof eine besondere Aufgabe vor der Brust. Der TSV Bayer 04 Leverkusen war zu Gast in der Melsunger Stadtsporthalle – oder besser gesagt: der Deutsche Rekordmeister. Die Löwinnen trotzten dem majestätischen Siegel der Werkselfen und setzten sich mit 31:26 durch, feierten den ersten Saisonsieg in der 2. Handball-Bundesliga. Nun, im letzten Heimspiel vor der WM-Pause, haben die Löwinnen erneut die Gelegenheit, einen Deutschen Rekordmeister zu stürzen. Diesmal reist aber kein Klub an, der nur vom Glanz alter Tage lebt, sondern einer, der auch im Hier und Jetzt brilliert. Der HC Leipzig, der sich aufgrund seiner zahlreichen Titel in der DDR (15x Meister) ebenfalls das begehrte Gütesiegel verpasst hat und aktuell Tabellenführer ist, stellt sich den Kirchhoferinnen entgegen (Sa. 18 Uhr, Stadtsporthalle Melsungen).


Entsprechend klar sind die Rollen verteilt: „Wir gehen als Underdog ins Spiel“, meint Christian Denk, der – genau wie seine Spielerinnen – dennoch voller Vorfreude sei. Dem SG-Coach kommt das Kräftemessen mit den Sachsen zur rechten Zeit, sei die Stimmung im Team doch „prächtig“ nach dem jüngsten Auswärtssieg in Freiburg (26:23). An den Tugenden, die in Südbaden den Erfolg gebracht haben, will der Übungsleiter nun ansetzen. So wünscht er sich, dass seine Mannschaft mit derselben taktischen Disziplin antritt und sich wieder möglichst wenige Fehlwürfe erlaubt. Ein Unterfangen, das gegen den Spitzenreiter absolute Pflicht sein dürfte, soll ein Punktgewinn herausspringen. Und der wäre schon eine kleine Sensation, denn kein Gegner hat es bislang geschafft, dem HCL einen Punkt abzuknöpfen. Selbst im Topspiel in Rödertal gab sich Leipzig keine Blöße, siegte 25:22. Was die Gäste auszeichnet? „Wir sind im Vergleich zur Vorsaison offensiv noch variabler und gehen Drucksituationen wie in Rödertal mit Reife an“, sagt Lars Lammich, Geschäftsführer Sport bei den Blau-Gelben. Die Zielsetzung des ambitionierten Rekordmeisters habe sich durch den famosen Saisonstart übrigens nicht geändert: „Wir streben weiterhin eine Top-3-Platzierung an, derzeit erleben wir aber eine sehr schöne Momentaufnahme“, erklärt der ehemalige Absolvent der Deutschen Sporthochschule. Ziel sei aber, bis 2027 in die Bundesliga zurückzukehren.


Wenn Kirchhof den Leipzigern einen Dämpfer bei diesem Vorhaben verpassen will, dann müssen die Löwinnen die starke 6:0-Deckung der Sachsen knacken – wo Laura Knocke und Marlene Tucholke einen sicheren Mittelblock bilden. Die Leipziger Abwehr stand bislang so gut, dass der HCL die zweitwenigsten Gegentore der Liga kassiert hat (175). Nur der Bergische HC ist da besser (172). Keine leichte Aufgabe, wie auch Denk empfindet: „Wir brauchen vom Ansatz schon etwas Besonderes, momentan arbeiten wir noch daran“, sagt der Trainer, der sich Hoffnungen auf ein starkes Spiel am Kreis machen darf. Dort präsentierte sich zuletzt Dana Krömer immer stärker, womit sich bei der etatmäßigen Rückraumspielerin eine neue Fertigkeit herauskristallisiert hat. Daneben wird Denk erstmals auf Luisa Krüger zählen können. Zwar gibt der Übungsleiter seiner neuen Akteurin keine Einsatzgarantie, doch „vielleicht sammelt sie ja ihre ersten Minuten“ (Denk). In den bisherigen Trainingseinheiten habe die 24-Jährige in jedem Fall einen bleibenden Eindruck hinterlassen: „Sie ist voller Energie, brennt für den Sport.“

Energie und Motivation wird es brauchen, wenn die SG dem Tabellenführer ein Bahn stellen möchte. Oder wie es Linksaußen Marie Sauerwald formuliert: „Gegen so ein Brett müssen uns mit allem dagegen stemmen, was uns zur Verfügung steht.“




Quelle: HNA vom 14.11.2025

Foto: Artur Schöneburg


2. ALSCO HBF

Saison 2025/2026

HSG Freiburg vs. SG 09 Kirchhof

08.11.2025 19:00h

Ergebnis: 23:26


SG 09 Kirchhof feiert ersten Auswärtssieg im Kellerduell der Aufsteiger in Freiburg


Hannah Berk überzeugt mit acht Toren, Lena Schmid glänzt im Tor – der SG 09 Kirchhof gelingt im Kellerduell der 2. Handball-Bundesliga ein wichtiger Erfolg.

Da kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Da hüpften und tanzten die Handballerinnen der SG 09 Kirchhof und wuchsen zu einem wahren Glücksknäuel zusammen. Da sprintete Trainer Christian Denk erst einmal quer durch die Gerhard-Graf-Sporthalle, um sich artig bei den treuesten der treuen Fans der Löwinnen zu bedanken. Die die mit 431 Kilometern zweitlängste Reise auf sich genommen hatten, um den ersten Auswärtssieg dieser Saison feiern zu können. Mit 26:23 (14:11) setze sich Kirchhof im Kellerduell der Aufsteiger bei der HSG Freiburg durch und kletterte auf den zwölften Platz.


„Wir sind extrem erleichtert. Da ist jede Menge Last abgefallen“, erklärten Coach Denk und Marie Sauerwald unisono. Die Kapitänin, die sich von diesem Erfolg einen „Push“ für die kommenden Aufgaben erhofft und einen weiteren „Schub“ im Vorfeld der Partie erhalten hatte. Denn Denk hat Lena Schmid zur zweiten Kapitänin ernannt. Somit teilen sich nun die in der 2. Liga erfahrenste Akteurin (Schmid) und die mit Abstand dienstälteste Kirchhoferin Verantwortung. „Das passt doch“, frohlockte Sauerwald.

Ein Satz, der ebenso für die Deckungsarbeit um Juliana Wagner und Mille Bekke Andersen im Mittelblock sowie Rückhalt Schmid über fast die gesamte Spielzeit Gültigkeit genießt. „Es ist uns gelungen, ihre starken Außen vom Rückraum zu isolieren“, betonte Denk. Wenn doch einmal freie Freiburgerinnen vor der 24-Jährigen auftauchten, war die Nummer 99 zur Stelle. Neun Paraden zeigte Schmid allein im ersten Durchgang, entschied somit das Duell zwischen den Pfosten eindeutig für sich. Darauf aufbauend lag das Team aus dem Melsunger Stadtteil mit 4:3 vorn (11.. Wagner).


Freiburg hielt mit seiner 3:2:1-Deckung dagegen. Nutzte Zeitstrafen gegen Jule Hertha (12.), Juliana Wagner (12.) und Vanessa Ulrich (16.) zu einem 5:0-Lauf. „Wir haben dennoch nie den Fokus verloren“, lobte Denk seine Mannschaft, die beinahe durchspielte. Nur eine Akteurin von der Bank kam auf reichlich Spielzeit – und sollte gar zur besten Torschützin auf der Platte werden. Hannah Berk nämlich, die in der siebten Minute bereits für Gabriela Vrabie eingewechselt wurde. Auf ihrer gewohnten Position auf Rechtsaußen, die zwar ihren ersten Wurf vergab (10.), anschließend aber aus zehn Versuchen satte acht Treffer erzielte. Vier verteilt auf jede Halbzeit.

Das war ein Faustpfand, um beginnend mit Berks erstem Tor (18.) einen 10:3-Lauf starten zu können. Drei-Tore-Vorsprung inklusive, der nach dem Wechsel anwuchs. Weil sich Juliana Wagner mehrfach ein Herz aus der zweiten Reihe nahm, weil auf der Mitte Hertha mit ruhiger Hand Regie führte und „weil wir einfach als Mannschaft toll funktioniert haben“, konnte Linksaußen Sauerwald mit Fug und Recht behaupten. Über 19:13 (39., Berk) und 21:16 (47., Hertha) wurde es nach drei Treffern in Serie für den Gegner allerdings noch einmal spannend. „Dann haben wir nochmal schön abgeräumt“, strahlte Sauerwald. Und ging mit drei Toren in den Schlussminuten, denen ihr kongeniales Pendant Berk zwei weitere folgen ließ, voran. So dass die Freude vor der langen Heimfahrt keine Grenzen kannte. Auch das eine oder andere Gläschen Sekt von Betreuerin Nicole Jacobi durfte nicht fehlen.

Quelle: HNA 08.11.2025

Fotos: Artur Schöneburg

Macht es Christian wie Martin?

Kirchhof um Trainer Denk im Aufsteigerduell in Freiburg gefordert

Freiburg  – Aller guten Dinge sind drei: Schon zum dritten Mal binnen eines halben Jahres messen die Handballerinnen der SG 09 Kirchhof und die der HSG Freiburg ihre Kräfte. Mit der Verbundenheit, dass beide Klubs – wie schon in 2023 – gemeinsam aufstiegen und sich nun nichts als den Klassenerhalt zum Ziel gesetzt haben. Entsprechend richtungsweisend wird die Zweitliga-Partie am Samstag (19 Uhr, Gerhard-Graf-Sporthalle).


„Wir haben viel Respekt vor Freiburg und sie sind auch der Favorit. Das ist eine eingespielte Truppe, bei der ganz viel über die Deckung geht“, erklärt Christian Denk. Für Kirchhofs Coach ist's indes eine Premiere – nach bis dato sieben Vergleichen beider Vereine. Auf dem Weg zur Rückkehr ins Unterhaus gab es unter der Regie von Aufstiegstrainer Sascha Heiligenstadt Sieg und Niederlage (19:23, 26:22). 2023 (26:30) und 2024 (19:27, 19:22) hatte Martin Schwarzwald gleich dreimal gegen die Red Sparrows, die Spatzen aus dem Breisgau, verloren. Die beste Bilanz hält hingegen trotzdem ein Denk. Bruder Martin nämlich, der 2021 als Interimslösung mit 23:22 und 31:25 gewann.

Nun aber ist vom Personal von vor vier Jahren nicht mehr viel vorhanden. Schon die jüngsten Duelle aus diesem Jahr geben kaum Hinweise auf die anstehende Begegnung. „Kirchhof ist eine der Mannschaften, die wir schlagen können, auch wenn sie sehr dynamisch auftreten. Wir haben unseren Angriff variabler angelegt und sind mit der Entwicklung unserer Mannschaft zufrieden“, erklärt Igor Bojic. Der 45-jährige Kroate, zweifacher Aufstiegsmacher der HSG, musste im Sommer mit Kapitänin Rebecca Dürr, Jessica Peter und Torfrau Debora D‘Arca (alle Karriereende) drei erfahrene Kräfte ziehen lassen. Einziger Neuzugang ist Regina Veith (von Oberligist SG Heidelsheim/Helmsheim), die sich die Position am Kreis mit der intern aufgerückten Lena Ollesch teilt.

Für Freiburg um die neue Kapitänin Julia von Kampen sowie die treffsicheren und erfahrenen Außen Saskia Probst (32/2-Tore) sowie ihre Pendants auf links Simone Falk (26/20) und Hannah Person (17/2) ist dies das erste von drei Heimspielen in Folge nach bis dato weitgehend Top-Gegnern und immerhin drei Zählern. Dies ist ein Punkt mehr als der Tabellenvorletzte zu bieten hat. „Über Außen gibt es aber auch für uns Chancen“, hält SG-Coach Denk dagegen. Dabei hat er nicht nur seine Kapitänin Laura Sauerwald (7) und Gabriela Vrabie (5) im Blick, die beim jüngsten Sieg gegen Freiburg 12 der 26 SG-Tore erzielten.

Vor allem aber „müssen wir unsere Passgeschwindigkeit erhöhen. Es ist leider noch ein generelles Problem, dass wir bei unseren Abschlüssen noch nicht das richtige Timing gefunden haben, wer sich wann mutig den Wurf nimmt oder lieber noch einmal die besser positionierte Mitspielerin in Szene setzt“, betont der erfahrene Coach, der wohl auf den gleichen Kader wie vor einer Woche beim 19:36 gegen Vize-Meister HC Rödertal zurückgreifen kann. Und der neben dem Glauben ans eigene Team und dem üblichen Videostudium auf den Gegner ruhig mal seinen Bruder Martin befragen kann, wie Freiburg mit seiner wuseligen 3-2-1-Abwehr beizukommen ist.



Quelle: HNA vom 07.11.2025

Foto: Artur Schöneburg


2. ALSCO HBF

Saison 2025/2026

SG 09 Kirchhof vs. HC Rödertal

02.11.2025 17:00h

Ergebnis: 19:36


Rödertalbienen stechen gnadenlos zu

Kirchhof kann Erfahrung von Vize-Meister HCR nicht bremsen

Melsungen – Jubel gab es nur im Bienenstock. In Schwarz und Gelb. Bei den Gästen des HC Rödertal, die in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen einen 36:19 (20:12)-Sieg bei der SG 09 Kirchhof feierten.


Ein Erfolg, der dokumentiert, wie klar die Unterschiede zwischen dem zuletzt zweimaligen Vize-Meister sind, der ein heißer Kandidat auf den ganz großen Wurf ist. Und dem Aufsteiger, der das jüngste Team der Liga stellt, für den der Klassenerhalt am Ende ein herausragender Erfolg wäre. „Wir haben in Ansätzen gezeigt, was in Zukunft bei uns möglich werden kann. Die Erfahrung hat eindeutig wieder den Unterschied ausgemacht“, erklärte SG-Coach Christian Denk.


Dabei leistete Kirchhof dem hohen Favoriten im Stile von David gegen Goliath vor allem in den ersten 17 Minuten erbitterten Widerstand. Da war Lena Schmid im Tor der Löwinnen ein tadelloser Rückhalt. Da ackerte auf Halb mit Emilia Damm die jüngste Feldspielerin der Liga. Da rieb sich im Rückraum Juliana Wagner für ihre Mannschaft auf. Über 2:1 (4., Wagner) und 3:7 (11., Smolik) kämpfte sich der Neuling bis auf 8:10 zurück (17., Vrabie). Es hätte durchaus noch knapper werden können, wenn nicht Larissa Schutrups eine erstklassige Vorstellung geboten hätte. Rödertals Rückhalt, die sich die Bestnote auf der Platte verdiente. Die Ex-Wildungerin stellte ihren Körper stabil in den Weg bei den Abschlüssen ihrer letztjährigen Mitspielerin Hannah Berk (6., 7.), nahm den Unterarmwurf von ihrer zweiten Ex-Mitspielerin Jule Hertha auf (19.) und begrub den Schlagwurf Wagners regelrecht unter sich (22.).


Das beeindruckte die Gastgeberinnen. Rödertal konnte zudem viel Qualität von der Bank bringen. Die 1,85m große Kreisläuferin Jasmin Eckart etwa, die zusätzlich die Deckung verdichtete, in der sich Vanessa Huth auf der Mitte der 5:1-Formation den Löwinnen erfolgreich in den Weg stellte. Die Folge: ein 5:0-Lauf zum 15:8, der schon ziemlich vorentscheidend war. „Wir haben die Ruhe bewahrt, das war ganz wichtig. Wir haben Lösungen gegen ihre offensiven Halben gefunden und auf alles, was im Anschluss kam, auch auf das Sieben-gegen-Sechs“, lobte HCR-Trainerin Maike Daniels ihre Mannschaft.


Bei Rödertal funktionierte der Abwehr-Angriff-Wechsel von Huth und Lena Smolik, der als Spielmacherin geschickt mehrere

Durchbrüche gelangen. In einem temporeichen Spiel, in dem mehr Treffer möglich gewesen wären, wenn es nicht ein Dutzend Mal Pfosten oder Latte gegeben hätte. Zumindest hier lag Kirchhof mit 7:5 am Ende vorn. Eine Aufholjagd wollte indes nicht mehr gelingen. „Wir wollten manchmal zu viel und müssen einfach geduldig bleiben, um erwachsener auftreten zu können“, erklärte Denk.


Dessen Team sich ein Beispiel nehmen kann an der Abschlussstärke des Gegners auf allen Positionen. Die Kreisläuferinnen Eckart und Bo Deckker sowie Rechtsaußen Anna Frankova, die nächste ehemalige Wildungerin, hatten eine 100-prozentige Ausbeute zu bieten. Das gelang bei Kirchhof lediglich Chantal Reimbold bei ihren Siebenmetern. Auch deshalb zog der HCR unbeirrt vom Einsatz der SG 09, bei der mit Linksaußen Anni Wilke die nächste A-Jugendliche ihr Zweitliga-Debüt feierte, deutlich davon.



Quelle: HNA vom 31.11.2025

Foto: Artur Schöneburg


2. ALSCO HBF

Saison 2025/2026

1. FSV Mainz vs. SG 09 Kirchhof

25.10.2025 19:30h

Ergebnis: 32:23


Ausgerechnet Orowicz

Kirchhof kassiert in Mainz trotz gutem Start und viel Kampf nächste Niederlage

Mainz – Sie hatten sich mehr erhofft, nun stehen sie erstmals in dieser Saison auf einem Abstiegsplatz. Die Handballerinnen der SG 09 Kirchhof kassierten beim FSV Mainz 05 mit 23:32 (8:14) ihre fünfte Niederlage im sechsten Spiel. Womit die Lehrgeldwochen für das jüngste Team der Liga nicht enden wollen.


„Wir sind gut gestartet, haben jedoch darauf nicht ausreichend Kapital geschlagen. Eine höhere Führung war möglich und hätte uns gutgetan“, erklärte SG-Coach Christian Denk, der die identische Anfangsformation auf die Platte geschickt hatte wie beim jüngsten Heimspiel gegen den ESV Regensburg. Vor einer Woche hatten sich die Löwinnen mit der etatmäßigen Außen Hannah Berk im rechten Rückraum, wo sie erneut ihre Qualitäten zeigte, einen 8:5 (12.) und 17:12 (29.)-Vorsprung erkämpft, um letztlich mit 31:36 zu unterliegen.


Nun aber wollte trotz einer an alter Wirkungsstätte gut aufgelegten Lena Schmid im Tor nicht mehr als ein 3:1 (9.) nach Toren von Juliana Wagner (2), die erneut zuvor in der A-Jugend im Einsatz war, und Gabriela Vrabie gelingen. Schmid gelang dabei das Kunststück, gleich zwei Strafwürfe in den ersten Minuten von der Ex-Kirchhoferin Christin Kühlborn zu entschärfen (1., 4.). Doch ihre Vorderleute wussten dies nicht zu veredeln. „Unser Abschluss war von allen Positionen nicht gut genug. Leider war Mainz auf jeder Position einen Tick besser, so ehrlich müssen wir sein“, erklärte der Coach. Die Fahrtkarten verteilten sich entsprechend ausgeglichen, die meisten mit jeweils vier leisteten sich die beiden Außen Sauerwald und Vrabie sowie die Halblinke Wagner.


Zur Heldin der Dynamites, die ihren Namen alle Ehre machten, schwang sich Alexandra Orowicz auf. Ausgerechnet aus SG-Sicht, schließlich hatte die 29-jährige Polin ihre Laufbahn in Deutschland 2021 bei den Löwinnen gestartet. „Oro hat sich in einen Rausch gespielt, nachdem wir sie warm geworfen haben. Die Hypothek des Rückstandes zur Pause war dann zu hoch“, betonte Denk, dessen Team mit einem 0:5-Lauf binnen fünf Minuten zum 3:6 auf die Verliererstraße gerieten (16.). Der SG-Trainer nahm anschließend Mille Bekke Andersen vom Feld, brachte Dana Krömer in den Mittelblock und Emilia Damm für den Damm. Wirklich besser wurde es allerdings nicht. Über 7:14 (30.), 10:18 (38.) und 15:24 (51.) lagen die Löwinnen im Hintertreffen.


Zu allem Überfluss knickte Fiona Adam kurz vor Schluss um und droht nach guten Aktionen als Einwechselspielerin auszufallen für das kommende Heimspiel gegen den starken Tabellenvierten HC Rödertal (So. 17 Uhr). Immerhin sah Denk bei allen Akteurinnen großen Einsatz und war von einer neuen Variante angetan. Von der emsigen Vanessa Ulrich zusammen mit Torjägerin Wagner im Mittelblock. „Sie haben gut verschoben. Darauf können wir aufbauen“, betonte der Trainer des Aufsteigers.


Quelle: HNA vom 27.10.2025

Foto: Axel Kretschmer

Schmid geht voran und macht Mut

Besondere Wiedersehen im Fokus zwischen Mainz 05 und Kirchhof

Kirchhof – Vier Spiele haben die Handballerinnen der SG 09 Kirchhof in den kommenden vier Wochen vor sich. Vier Duelle, ehe der Spielbetrieb in der 2. Bundesliga wegen der Weltmeisterschaft ruht. Vier Chancen, um die Ausgangslage nach bis dato einem Sieg und vier Niederlagen für den Aufsteiger zu verbessern. Reichlich Brisanz bietet die kommende Aufgabe beim 1. FSV Mainz 05 (Sa. 19.30 Uhr, Sporthalle Gymnasium Oberstadt).


„Wir haben ein paar Bonus-Punkte liegen gelassen und Lehrgeld bezahlt. Aber wir wussten und wissen, dass wir geduldig sein müssen“, betont einmal mehr Christian Denk. Der Trainer des jüngsten Teams der Liga hat bis auf Kreisläuferin Merle Pauser (Finger) sowie die Langzeitausfälle Katharina Koltschenko (Kreuzbandriss) und Sidney Bätz (Pause aus gesundheitlichen Gründen) alle Feldspielerinnen an Bord. Im Tor genießt das Wort der auf diesem Niveau erfahrensten Akteurin Gewicht. „Sie kennt wirklich alles und jeden in der 2. Liga. Damit hilft sie unseren jungen Spielerinnen enorm“, lobt Denk seinen Rückhalt Lena Schmid.


Die 24-Jährige ist allerdings auch ein Paradebeispiel, warum Geduld das Gebot der Stunde bleiben wird. Denn nicht nur für den Verein war wegen der Aufstiegsrunde die Pause im Sommer (zu) kurz. Auch Schmid war enorm gefordert, weil sie sich zunächst für einen Wechsel zur HSG Bad Wildungen entschieden hatte. Dort wurde ihr Vertrag nach dem Abstieg der Vipers nichtig. Also suchte die Torfrau bei den Löwinnen eine sportliche Herausforderung, fand inzwischen einen neuen Job im Schwalm-Eder-Kreis und zieht in diesen Tagen aus der Kurstadt nach Homberg um.


„Unsere Tordifferenz aus den ersten Spielen kann sich absolut sehen lassen, das kann am Saisonende noch wichtig werden. Das Zusammenspiel mit der Deckung klappt immer besser, wobei wir weiter gallig auf jeden Ball sein müssen“, erklärt die 1,80 m große Frau, die in Esslingen am Neckar geboren wurde. Für die es nun eine besondere Partie wird, weil sie in den vergangenen drei Spielzeiten für Mainz parierte und zuletzt mit 265 die drittmeisten Paraden der 2. Liga zeigte. Ein Fakt, den sie reflektiert bewertet, weil derartige Statistiken nichts über die Qualität von Paraden aussagen. Die Quote wäre da schon aussagekräftiger. Zudem gibt es mehr Faktoren wie das Führen der Kolleginnen oder positive Emotionen, um ein Torhüterduell für sich zu entscheiden.


Am Samstag hat es dieser Vergleich in sich, denn Mainz baut als Schmid-Nachfolgerin auf Alexandra Orowicz. Auf die impulsive Ex-Kirchhoferin, die von Erstligist SU Neckarsulm gewechselt ist. Ebenso neu im Stamm des neuen Trainers Jörg Schulze ist Linkshänderin Marleen Kern. Das ist die Kapitänin der U 19-Nationalmannschaft, die mit Deutschland in diesem Sommer im nordmazedonischen Skopje EM-Gold holte. Die Halbrechte kam von der SG Kappelwindeck-Steinbach und damit ebenso aus der 3. Liga wie die 23-jährige Halblinke Christine Burgard (HSG Rodgau Nieder-Roden).

Doch an Routine mangelt es Mainz nicht. Genauso wie die neue Kreisläuferin Lena Feiniler (VfL Oldenburg) verfügt Christin Kühlborn über Erstliga-Erfahrung. Für die inzwischen 32-Jährige kommt es somit erneut zum Wiedersehen mit ihrem Heimatverein, für den sie seit den Minis bis 2019 spielte. Beim FSV ist die Linksaußen nun Kapitänin und hinter Feiniler (26) mit 23/10-Toren die treffsicherste Akteurin. Deren Stärken nicht nur Christian Denk bestens vertraut sind, sondern auch Lena Schmid, die sich und ihrem neuen Team Mut macht: „Wenn man sich kennt, sehe ich die Vorteile hier bei uns Torfrauen.“



Quelle: HNA vom 24.10.2025

Foto: Artur Schöneburg


2. ALSCO HBF

Saison 2025/2026

SG 09 Kirchhof vs. ESV 1927 Regensburg

12.10.2025 16:00h

Ergebnis: 31:36


Regensburg hat mehr Power

Kirchhof verliert trotz mehrerer Führungen noch deutlich

Melsungen – Die Enttäuschung war den Zweitliga-Handballerinnen der SG 09 Kirchhof ins Gesicht geschrieben. „Je länger das Spiel gedauert hat, umso schwieriger wurde es für uns, Durchschlagskraft zu entwickeln“, erklärte Trainer Christian Denk. Zwar konnte sein Team bis Mitte der zweiten Hälfte die Führung behaupten, war aber in der Schlussphase beim 36:31 (17:12)-Sieg der Gäste chancenlos.


Dabei hatten sich die Gastgeberinnen auf die Oberpfälzerinnen gut eingestellt. Deren Doppelschlag (3., 2:0) wurde durch Jule Hertha, Marie Sauerwald und Hannah Berk postwendend in eine SG-Führung umgewandelt. Da lief es weiter nach Wunsch, weil Kirchhof hinten konzentriert zu Werke ging. Mit Emilia Damm und Berk als offensiv ausgerichtete Halben, die den ESV-Angreiferinnen so einige Probleme zu bereiten wussten. Daraus resultierten Ballgewinne.


Verlass war zudem auf Torfrau Lena Schmid. Der Lohn: Die 7:4-Führung (11.), die sich die Löwinnen durch Fehler im Angriff aber wieder selbst zunichtemachten, denn Regenburg ließ sich nicht zweimal bitten. Nutzte seine Möglichkeiten und glich beim 8:8 (14.) durch die starke Spielmacherin Franziska Peter wieder aus. Ein kurzes Annähern, denn die Gastgeberinnen fanden schnell zur alten Stärke zurück. Mit Jule Hertha als durchsetzungsstarke Lenkerin. Mit Juliana Wagner als sichere Vollstreckerin vom Siebenmeterpunkt. Und mit den Toren von Außen durch Gabriela Vrabie sowie Sauerwald. Der Vorsprung zur Pause schien komfortabel, war er aber nicht.


Denn mit Wiederanpfiff ging es Schlag auf Schlag. „Wir wussten, dass Regensburg wieder stärker aus der Pause kommt“, erklärte Sauerwald. Mit ihrem Team war sie allerdings dem Ansturm nicht gewappnet. Die Bunkerladies präsentierten sich nun stabiler in der Deckung. Dazu wurde die eingewechselte ESV-Torfrau Ella Jaeschke zum Faktor. Der Anschluss (39., 20:21) gelang frühzeitig. „In der Abwehr haben wir da alle Eins-gegen-Eins-Duelle verloren“, schilderte Schmid das Hauptproblem ihrer Vorderleute. Dennoch blieben die Löwinnen zunächst weiter vorn (45., 26:24), versuchten den Gegner mit der siebten Feldspielerin in Schach zu halten.


Vier Tore in Folge der Gäste sorgten dennoch für den Umschwung. „Wir hatten einfach nicht mehr so die Power, waren nicht mehr so schnell auf den Beinen“, schilderte Denk die Phase, in der seine Mannschaft zwar weiterhin alles versuchte, allerdings mit mäßigem Erfolg. Was zu Frust nicht nur bei Sauerwald führte: „Wir haben es einfach nicht mehr geschafft, durch die Deckung zu kommen.“ Und wenn, dann musste Denks Team hart für die Tore arbeiten. Hoffnung keimte aber noch mal auf, als die zuverlässige Wagner ihren sechsten Siebenmeter zum 27:28 (51.) – in Summe waren es 16 aus 17 Versuchen binnen zwei Einsätzen innerhalb von sechs Stunden – verwandelte. Im Anschluss schwanden allerdings auch die letzten Kräfte. Was die Oberfranken erfolgreich ausnutzten. Zumal sich Kirchhof auch einige Fehler leistete – und die Qualität des Gegners um die treffsichere Ex-Fritzlarerin Melina Hahn anerkennen musste.


Quelle: HNA vom 10.10.2025

Foto: Artur Schöneburg


2. LIGA

Unbekümmertheit ist gefragt  Kirchhof erwartet konstanten

ESV – Fokus auf Hertha und Hahn

Kirchhof  – Nur zwei Vereine haben sich in den vergangenen vier Spielzeiten viermal einen einstelligen Platz in der 2. Handball-Bundesliga gesichert. Die Füchse Berlin und der ESV Regensburg. Was zum einen die Ausgeglichenheit und Unberechenbarkeit der Spielklasse unterstreicht, aber auch die eindrucksvolle Konstanz des Eisenbahnersportvereins, der zu für die Löwinnen ungeliebter Spielzeit am Sonntag (16 Uhr, Stadtsporthalle Melsungen) bei der SG 09 Kirchhof gastiert.


Denn Regensburg gelang 2021 nach 2004 überhaupt erst zum zweiten Mal der Aufstieg ins Unterhaus. Kirchhof hat diese besonderen Feierlichkeiten in diesem Jahr bereits zum siebten Mal hinter sich. Nun aber eint beide Klubs der Klassenerhalt als Saisonziel. „Regensburg hat eine bärenstarke Mannschaft mit einem ganz variablen und flexiblen Rückraum, in dem als Besonderheit auch drei Linkshänderinnen spielen können“, erklärt mit Respekt SG-Coach Christian Denk. Theresa Lettl (21/11-Tore), Julika Birnkammer (14) und Franziska Peter (7/2) garantieren hier die Treffer.

Peter hatte ihren Einstand jüngst beim 32:27 in Leverkusen, dem zweiten Sieg in Folge der Bunkerladies, wie sich die Oberpfälzer nennen. Die 26-Jährige ist seit Langem der Kopf der Mannschaft, wurde 2023 sogar zur Zweitliga-Spielerin des Jahres gewählt und war auch in der vergangenen Spielzeit mit 186/50-Treffern als Vierter der Torjägerliste herausragend. Ihr Fehlen wegen eines Muskelfaserrisses ist ein Grund, warum Regensburg die ersten drei Pflichtspiele verlor.

Neben der komplettesten Akteurin des ESV wirkt nun auch eine waschechte Nordhessin. Melina Hahn nämlich, die bei GSV Eintracht und HSG Baunatal anfing, ehe sie drei Jahre lang beim SV Germania Fritzlar bis zur 3. Liga reifte und nach einem Jahr in der 1. sowie einem in der 2. Liga mit 126/35-Treffern bei der HSG Bad Wildungen eine neue Herausforderung suchte. Neben dem Sport füllen die 20-Jährige, die bereits wieder 21/3-Tore erzielt hat, ihr Lehramtsstudium und erste praktische Arbeiten an einer Schule aus.


„Ich bin meinen ehemaligen Vereinen sehr dankbar und hoffe, viele aus dieser Zeit am Sonntag wiederzusehen“, erklärt Hahn, die somit extra-motiviert wie bei einem Derby ist und sich auf ehemalige Weggefährtinnen ganz besonders freut. Auf Hannah Berk, mit der sie in Fritzlar und bei den Vipers spielte, auf Fiona Adam und Jule Hertha, die im Sommer ebenfalls Bad Wildungen verließen.


Auch bei Hertha ist die Vorfreude riesig. „Im Training haben Melina und ich allerdings nicht so gerne gegeneinander gespielt, weil wir beide kleine und schnelle Spielerinnen sind“, sagt die 20-Jährige (1,68 m) über ihr Gegenüber (1,63 m), mit der sie sich bei den Vipers die Rolle als Spielmacherin geteilt hatte. Noch besonderer waren für sie freilich im vergangenen Jahr die Duelle mit ihrer Schwester Emma, die sich nun in der 1. Liga für den SV Union Halle-Neustadt beweisen kann. Jule Hertha weiß, warum es mit Kirchhof zuletzt in Lintfort beim 26:30 die dritte Saisonniederlage gab. „Unsere Trefferquote hat nicht gepasst, zudem waren wir in der Abwehr nicht so stabil. Das sind beides aber Dinge, die wir schnell ändern können“, sagt die technisch versierte Handballerin, auf deren Plan weiterhin Physio- und Ergotherapie stehen. Sie hatte aus Bad Wildungen nämlich eine Fingerverletzung mitgebracht, daraus aber kein großes Thema gemacht. „Jule ist sehr akribisch, ehrgeizig und für uns auf Anhieb eine Führungsspielerin“, lobt Denk und sieht bei ihr auch die „Unbekümmertheit“, die beim ganzen Team ein Thema ist, um personell unverändert zur Vorwoche zurück in die Erfolgsspur zu kommen.


Quelle: HNA vom 10.10.2025

Foto: Artur Schöneburg


2. ALSCO HBF

Saison 2025/2026

TuS Lintfort vs. SG 09 Kirchhof

05.10.2025 16:00h

Ergebnis: 30:26


Mut und Emotionen fehlen

Kirchhof unterliegt nach 6:2-Führung noch deutlich in Lintfort

Lintfort – Das hatten sie sich anders vorgestellt. Ganz anders sogar. Nachlegen war die Devise nach der zweiwöchigen Spielpause in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen. Stattdessen aber kassierte Aufsteiger SG 09 Kirchhof beim TuS Lintfort seine dritte Saisonniederlage und verlor mit 26:30 (14:15).


„Wir sind nie wirklich in unser Spiel gekommen, weil wir nicht mutig genug waren und bei uns die Emotionen fehlten, die wir zwingend brauchen. Schon am Anfang haben wir uns zu viele Pass- und Fangfehler geleistet“, erklärte SG-Coach Christian Denk, dessen Team dennoch eine anständige Führung vorlegte. Kapitänin Marie Sauerwald (2), Jule Hertha, Hannah Berk, Gabriela Vrabie und Mille Bekke Andersen sorgten mit ihren Toren für einen 6:2-Vorsprung (10.).


Sofort zückte Lintforts erfahrene Trainerin Bettina Grenz-Klein die grüne Karte zur Auszeit. Gnadenlos zeigten sich die Gastgeberinnen Sekunden später, als Juliana Wagner eine Zeitstrafe kassierte. In Überzahl kam der TuS auf 5:6 heran (11.). „Danach war es ein offener Schlagabtausch“, erklärte Denk. Zufrieden zeigte er sich bei den Abschlüssen allerdings allein bei den Quoten von den beiden Außen Vrabie (rechts) und Sauerwald. Beide nahmen sich sieben Würfe, von denen jeweils fünf saßen. Auch deshalb durften beide ebenso durchspielen wie Torfrau Lena Schmid, die den Vorzug vor der zuletzt überzeugenden Charlotta Martin erhalten hatte, und ebenfalls solide agierte.


Noch drei Paraden mehr zeigte indes Anita Polackova. Zum Leidwesen vor allem von Spielmacherin Hertha, mit der sie vergangene Saison noch in Bad Wildungen zusammen gespielt hatte, und von Wagner. Hertha kam auf acht Versuche ohne Ertrag, Wagner auf deren fünf. „Allgemein hat es uns an Leichtigkeit aus dem Rückraum gefehlt. Wir haben viel gewechselt, aber Lintfort hat uns stets geschickt verteidigt“, erklärte der SG-Coach.



Symptomatisch für den größeren Siegeswillen des Gegners war der Treffer zum 15:14-Halbzeitstand durch Leonie Udaw. Auch die 18-Jährige war ein Faktor, nachdem sie zwei Tage zuvor mit der Turnerschaft St. Tönis noch bei der A-Jugend der Löwinnen mit 20:29 unterlegen war. Nun aber gelangen der Halblinken an der Seite der erfahrenen Strategin Svenja Rottwinkel (7/1) und Insa Weisz (7) fünf Tore. Mit dieser Aufbaureihe übernahm Lintfort über 21:19 (42., Udaw) und 26:22 (51., Udaw) das Zepter. Ein letzter Hoffnungsschimmer der Gäste war der Treffer der eingewechselten Kreisläuferin Merle Pauser (52.). Spätestens mit dem 29:24 durch Weisz und der folgenden Zeitstrafe gegen Sauerwald (57.) war Kirchhof der Zahn gezogen.


Quelle: HNA vom 06.10.2025

Gutes Gefühl veredeln

Kirchhof in Lintfort wieder mit Schmid

Kirchhof – Es gibt vor allem ein Rezept, um junge und neu zusammengestellte Mannschaften auf Kurs zu bringen: Siege feiern. Drum tat den Handballerinnen der SG 09 Kirchhof, die als das Juniorteam der 2. Bundesliga durchgehen, der 31:26-Erfolg gegen den TSV Bayer Leverkusen so richtig gut. Der war doppelt wichtig, weil eine zweiwöchige Spielpause folgte. Diese endet am Sonntag (16 Uhr, Sporthalle Eyller Straße) mit der richtungsweisenden Partie beim TuS Lintfort.


„Wir haben im Training nicht locker gelassen, aber auch ein paar freie Tage genossen“, erklärte SG-Coach Christian Denk, aus dessen Sicht die Auszeit zu einem „guten Mix“ wurde. Alle Feldspielerinnen stehen zur Verfügung, die ihren Anteil an den ersten beiden Punkten hatten. Zudem ist Lena Schmid wieder an Bord, die mit der deutschen Polizei-Nationalmannschaft in Ungarn Europameisterin wurde. Dabei wurde sie als beste Torfrau des Turniers ausgezeichnet.


Somit stellt sich ihrem Vereinstrainer nun eine Denksport-Aufgabe. Denn nach ihrer tadellosen Vorstellung gegen die Werkselfen gibt es eigentlich keinen Grund, Charlotta Martin auf die Bank zu setzen. „Ich hoffe, dass es alle drei in unserem Torwart-Team positiv annehmen, wie es eben kommt. Ebenso wie im Feld werden wir alle im Kader brauchen“, betont Trainer Denk gebetsmühlenartig und lässt somit seine Entscheidung offen. Auch andere Positionen bleiben hart umkämpft. Tolle Möglichkeiten bieten sich etwa auf Rechtsaußen dank der formverbesserten Gabriela Vrabie und Hannah Berk, die ebenso im Rückraum wertvoll ist. „Der breite Kader tut uns sehr gut. Ebenso wie der erste Sieg, aus dem wir den Schwung mitnehmen wollen, nachdem wir im Training nun weitere Kleinigkeiten angepasst haben“, sagt die 21-Jährige.


Voller Vorfreude auf ein besonderes Wiedersehen, weil bis zu fünf Akteurinnen gleichzeitig auf der Platte stehen werden, die im Vorjahr mit der HSG Bad Wildungen aus der 2. Bundesliga abgestiegen sind. Anita Polackova und Alea Mattig aufseiten des TuS, Jule Hertha, Fiona Adam und eben Berk für Kirchhof. Für die Vipers hatten Adam (89/19-Tore), Hertha (77), Berk (63) und Mattig (46/1) durchaus verlässlich getroffen, Polackova (14 Paraden in 10 Einsätzen) kam indes im Tor nicht an Larissa Schutrups (282 P.) vorbei und fehlte lange wegen einer Knieverletzung. Nun aber ist die 22-jährige tschechische Nationalspielerin fit und kommt bereits auf 22 Paraden nach drei Spieltagen.


Somit genießt sie Vertrauen, das ihr eine Frau gibt, für die der Begriff Legende erfunden wurde. Denn bis auf eine Pause in der Saison 2006/07 ist Bettina Grenz-Klein seit 2000 Trainerin beim Team von Niederrhein. Macht in Summe 24 Jahre als Trainerin, nachdem die 59-Jährige zuvor schon 24 Jahre für die Blau-Weißen gespielt hatte. „Forever“ steht folglich in der Mannschaftsmeldung des Vereins, in der der Klassenerhalt einmal mehr das Saisonziel ist. Mit einem kleinen Kader, der durch die Vertragsauflösung von Eline Veltrop (zurück in die Niederlande) weiter dezimiert wurde. Durch den Ausfall von Kreisläuferin Lynn Broders (Schulter) und von Eva Manthei (doppelter Bänderriss), deren Rückkehr immerhin näher rückt, standen zuletzt lediglich neun Feldspielerinnen im Aufgebot.


„Lintfort löst das seit Jahren als Mannschaft richtig gut und lässt den Ball gut laufen. Sie haben mit Svenja Rottwinkel eine sehr erfahrene Schützin, suchen viel den Kreis und binden ihre Außen clever ein“, erklärt Hannah Berk mit Respekt vor dem Gegner. Um im gleichen Atemzug das „gute Gefühl“ zu betonen, das ihr und den Löwinnen der erste Saisonsieg gegeben hat, den es nun zu veredeln gilt.

Quelle: HNA vom 04.10.2025

2. ALSCO HBF

Saison 2025/2026

SG 09 Kirchhof vs. TSV Bayer 04 Leverkusen

13.09.2025 18:00h

Ergebnis: 31:26


Kirchhof tanzt zum ersten Sieg

31:26-Coup gegen Leverkusen – Wagner und Martin glänzen

Melsungen – Sie sangen und sie tanzten, sie lachten und sie schrien, sie wollten noch mehr feiern, der Coup gehörte ihnen: „Oh, wie ist das schön“ hallte es durch die Melsunger Stadtsporthalle. Glückseligkeit in Grün und Weiß, denn die Handballerinnen der SG 09 Kirchhof haben ihren ersten Saisonsieg in der 2. Bundesliga gelandet. Als Aufsteiger bezwangen die Löwinnen den Erstliga-Absteiger TSV Bayer Leverkusen mit 31:26 (17:15). Ein Start-Ziel-Erfolg.



„Der unbedingte Wille“ war es aus Sicht von Juliana Wagner, „die absolute Überzeugung und dass wir stets mutig geblieben sind, auch wenn wir Fehler gemacht haben“ ergänzte Charlotta Martin. Zwei Erfolgsgarantinnen. Die 18-jährige Halblinke und die 20-jährige Torfrau, deren Vorstellung in Abwesenheit der erfahreneren Lena Schmid (Polizei-EM) als ein Bewerbungsschreiben für mehr Einssatzzeiten durchging. „Lotti war ein fantastischer Rückhalt einer ganz tollen Mannschaft“, lobte denn auch Trainer Christian Denk, der ansonsten „einfach nur mega-happy“ war.


Schon der Start war vielversprechend. Da schloss Wagner drei ihrer ersten vier Versuche erfolgreich ab und führte ihr Team zur 3:1-Führung. Da konnte auf der Gegenseite zunächst nur Bayers Halbrechte, Denise Mol, mithalten, die nach ihren drei Treffern zum 4:3 (9.) ihr Pulver allerdings schon verschossen hatte. „Wir hatten zu viele Fehlwürfe und haben uns nicht an Absprachen gehalten. Kirchhof hat uns immer wieder am Leben gehalten, aber bei uns haben Anspruch und Wirklichkeit nicht gepasst“, fasste tief enttäuscht Annika Ingenpaß die Gefühlslage beim Gegner zusammen. Die Sportliche Leiterin Leverkusens, die ebenso wie die Ex-Kirchhoferin Nela Zuzic verletzt nicht auf der Platte mitwirken konnte. Zudem fehlte erkrankt Bayer-Trainer Coach Michael Biegler, für den Co-Trainerin und Ex-Nationalspielerin Svenja Huber coachte.


Leverkusen konnte sich aber auch bei Merle Muth bedanken, nicht schon früher noch deutlicher zurückzuliegen. In ihrem dritten Zweitliga-Einsatz zeigte die Junioren-Nationalspielerin, die im Sommer vom BVB verpflichtet wurde, Klasse. Fünf Paraden allein in der ersten Viertelstunde gelangen der 18-Jährigen, die einen Heber von Hannah Berk (13.) festhielt und sich mit dem kompletten Körper gegen den Wurf von SG-Kapitänin Marie Sauerwald stemmte (15.). Zwei Wechsel von Denk halfen Kirchhof, auf Kurs zu bleiben. Emilia Damm (15.) auf Linksaußen und Gabriela Vrabie (22.) auf Rechtsaußen belebten die Flügel. Berk rückte fortan von Außen auf Halbrechts.


Damm und Vrabie verwandelten ebenso wie Mille Bekke Andersen und Siebenmeterspezialistin Merle Pauser alle jeweiligen Würfe traumwandlerisch. Damm und Berk schwangen sich zudem in der Deckung auf Halb zu Aktivposten auf, dahinter setzten sich Wagner/Bekke Andersen im Mittelblock mit allem ein, um den so ersehnten Sieg auf den Weg zu bringen.

„Der Zusammenhalt wird immer besser. Wir haben es Leverkusen vor allem in der zweiten Halbzeit immer schwieriger gemacht, Auswege gegen uns zu finden“, stellte Wagner mit einem Lächeln fest. Leidensfähigkeit, die Martin ihrer Mannschaft schon früh vorgelebt hatte. Denn die von „Lotti, Lotti“-Rufen zusätzlich motivierte Torhüterin hatte in der fünften Minute einen Ball voll auf die Zwölf bekommen, biss sich jedoch durch. Was besonders wichtig wurde, nachdem sich die Löwinnen über 10:7 (19.) und 18:15 (32., Pauser) erstmals auf 21:16 (35., Wagner) richtig abgesetzt hatten.


Denn plötzlich schlugen Bayers Außen im Wechsel zu. Dana Gruner und Hannah Wirth verkürzten im Doppelpack. „Davon haben wir uns nicht einschüchtern lassen. Jede hat Verantwortung übernommen“, konnten die Torhüterin und ihr Trainer mit Fug und Recht behaupten.


Sieg vor Pause auch mental wichtig

Spätestens drei weitere Paraden Martins gegen Lea Flohr mit der Hand (53.), dem Fuß (54.) sowie dem ganzen Körper gegen Wirth (55.) zogen Bayer den Zahn. Als dann Vrabie über die zweite Welle (56.) und Damm eiskalt im Gegenzug zum 28:25 (58.) erfolgreich waren, löste sich die Freude im Lager der Löwinnen, die sich auch mit Blick auf die zwei spielfreien kommenden beiden Wochenende Bahn brach. „Dieser erste Sieg ist auch mental ganz wichtig. Dadurch können wir nun stressfreier im Training arbeiten“, erklärte Torhüterin Martin. Ihr Trainer und die gegen Bayer treffsicherste Schützin sahen das ganz genauso, ehe es am 5. Oktober beim TuS Lintfort wieder für Kirchhof gilt.


Quelle: HNA vom 12.09.2025

Fotos: Artur Schöneburg

Mit Martin und der Musterschülerin

Kirchhof peilt gegen Bayer ersten Saisonsieg an – Schmid fehlt

Kirchhof  – Vertrauen ist der Anfang von allem. Das wissen besonders Sportler nur zu gut, die durch Wertschätzung und Anerkennung ihrer Trainer Stück für Stück besser werden. So gut, dass Siege, Meisterschaften und Aufstiege möglich sind. All dies hat Juliana Wagner in ihrer Jugendzeit bei der SG 09 Kirchhof genossen. Was als Nächstes auf ihrer Erfolgsliste steht, sind endlich zwei Punkte in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen. Auch wenn der kommende Gegner kein Geringerer als der Deutsche Rekordmeister TSV Bayer Leverkusen ist (Sa. 18 Uhr, Stadtsporthalle Melsungen).


„Einfach wird es nicht. Aber in den ersten beiden Spielen haben wir schon gesehen, wie krass gut wir wechseln können und uns gegenseitig auf jeder Position und in allen Bereichen ergänzen“, sagt die 18-Jährige, die eine Spätstarterin auf der Platte ist. Denn bis 2019 waren Leichtathletik und Turnen die Sportarten, die die Geschwister-Scholl-Schülerin betrieb. Ihre jüngeren Geschwister Nicolas, der beim KSV Baunatal Fußball spielt, und dessen Zwillingsschwester Helena hatten da längst ihre Liebe für Ballsportarten entdeckt. Irgendwann stieg Julianas Interesse am Handball – und sie wurde 2019 im zweiten D-Jugend-Jahr nach ihrer Schwester ein Mitglied der SG 09.


„Nie ein Training verpassen, Ehrgeiz und Leidenschaft“ sind nun Maxime, denen die Melsungerin nachstrebt. Seit 2021 ist Christian Denk ihr Trainer, inzwischen trainiert sie mit ihm zusammen sogar die D-Jugend der Löwinnen, in der dessen Tochter Leni spielt und ist auch als Schiedsrichterin für ihren Verein tätig. Der Coach schätzt an seiner Musterschülerin vor allem ihr Eins-gegen-Eins, ihre Schlagwürfe und „ein sehr gutes Entscheidungsverhalten.“ Zudem sei sie „zäh, extrem fleißig und hält dagegen.“ Auch im Mittelblock an der Seite der 19-jährigen Dänin Mille Bekke Andersen.


Was es gegen Bayer zu beweisen gilt, das sich im Neuaufbau mit prominenten Namen befindet. Auch nach 26 sieglosen Punktspielen in Serie – im Abstiegsjahr holte Leverkusen nur einen Punkt – heißt der Trainer weiter Michael Biegler, der 2016/17 Bundestrainer war. An dessen Seite Co-Trainerin ist Ex-Nationalspielerin Svenja Huber, nicht nur auf der Platte hat Annika Ingenpaß eine wichtige Rolle inne. Die 29-jährige Kreisläuferin, von 2018 bis 2023 bei der HSG Bad Wildungen aktiv, ist bei ihrem Jugendverein unter anderem auch Sportliche Leiterin. Womit sie ihren Anteil hat, dass um die Achse mit der 1,83 m großen Lea Flohr und der 1,62 m großen Sophia Cormann im Rückraum neben neuen Talenten auch Nela Zuzic zurückgeholt wurde. Die kroatische Torfrau, die 2021 von Kirchhof gewechselt war.


Apropos Torfau: Auf dieser Position muss Kirchhof am Samstag auf Lena Schmid verzichten, die auf dem Weg zur Polizei-EM nach Ungarn ist. Somit können sich die 20-jährige Charlotta Martin, die Nummer eins im Aufstiegsjahr, und die 17-jährige Johanna Feller gegen Bayer beweisen. „Das werden sie wuppen. Beide genießen unser vollstes Vertrauen“, erklärt Christian Denk. Guter Dinge, dass sich das ebenso auszahlt wie bei Juliana Wagner und dem weiteren Kader, der im Vergleich zur jüngsten 22:29-Niederlage beim Bergischen HC bis auf Schmid unverändert ist. Denn zwei Punkte wären auch deshalb gut fürs Gemüt, weil anschließend zwei spielfreie Wochenenden anstehen und es dann erst 5. Oktober (in Lintfort) wieder in der 2. Bundesliga gilt.

Quelle: HNA vom 12.09.2025

Fotos: Artur Schöneburg

2. ALSCO HBF

Saison 2025/2026

Bergischer HC vs. SG 09 Kirchhof

06.09.2025 18:30h

Ergebnis: 22:29


Erfahrung schlägt Talent

Kirchhof nach starken Beginn mit 15 Minuten ohne Tor

Solingen – Die Solingen-Wochen sind punktlos geblieben für die SG 09 Kirchhof. Nach dem 32:34 gegen den HSV Solingen-Gräfrath unterlag der Aufsteiger in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen mit 22:29 (11:16) beim Bergischen HC.


„Letzte Woche hatten wir 30 starke Minuten, jetzt 20. So reicht das leider nicht“, erklärte SG-Coach Christian Denk nach der Niederlage in der Solinger Sporthalle Wittkulle. Wohlwissend, dass ihm die Anfangsphase als Mutmacher gilt für die kommenden Aufgaben gegen „Gegner auf Augenhöhe“ – beginnend mit dem Heimspiel gegen den TSV Bayer Leverkusen (Sa. 18 Uhr, Stadtsporthalle Melsungen). Denn der Bergische HC ist ein Mitfavorit auf den Aufstieg.


Vor 180 Zuschauern lag Kirchhof über 1:4 (5.) nach einem 3:0-Lauf mit Toren von Jule Hertha, Juliana Wagner und Mille Bekke Andersen zum 4:4 (7.) mit 7:6 (13., Wagner 7m), 10:9 (19., Adam gegen ihren Ex-Klub) und 11:10 (21., Vrabie) mehrfach in Führung. „Da standen wir dem BSV richtig gut auf den Füßen und hatten ein tolles Timing, um deren Pässe abzufangen“, lobte Denk sein Team. Im Mittelblock wussten Bekke Andersen und Wagner ebenso zu überzeugen wie Emilia Damm und Vanessa Ulrich auf Halb. Zudem gefiel dem Coach „wie bei uns der Ball lief.“ In erster Linie dank der eleganten Hertha und der umtriebigen Wagner sowie deren Zusammenspiel mit der dänischen Kreisläuferin.


Kurz darauf brauchten jedoch die 16-jährige Damm und die 18-jährige Wagner eine Pause. Auf der Gegenseite nahm Trainerin Kerstin Reckenthäler eine Auszeit, in der sie ihren BSC auf Kurs brachte. Die Gastgeberinnen spielten nun ihre deutlich größere Erfahrung aus und gingen kompromissloser zu Werke. Umgekehrt zeigte sich das, was bei einer derart jungen Mannschaft typisch ist: Unnötig weggeworfene Bälle, technische Fehler und überhastet abgeschlossene Angriffe. Mit bitteren Folgen. Mehr als 15 Minuten blieben die Löwinnen ohne eigenen Treffer. Somit zog der BHC mit einem 7:0-Lauf auf 17:11 davon (34.). Drei Treffer gelangen hier Svenja Mann, die im Vorjahr Zweite der Torschützenliste (für die Kurpfalz Bären) war. Die 24-jährige Halbrechte war mit zehn Toren die treffsicherste Spielerin auf der Platte und ließ besonders, wenn ihrem Team Zeitspiel drohte, Extraklasse aufblitzen.



Immerhin bewies Kirchhof Moral, ließ sich nicht abschießen und kam nochmal auf vier Tore heran zum 14:18 (38., Bekke Andersen). Da konnte sich Damm über ihr erstes Zweitliga-Tor freuen, deren vier gelangen erstmals auf diesem Niveau der emsigen Ex-Fritzlarerin Chantal Reimbold und im Tor feierte die 17-jährige Johanna Feller in der Schlussphase ihre Feuertaufe im Unterhaus und wusste mit zwei Paraden bei vier Würfen zu überzeugen. „Ansonsten haben wir leider das Torhüter-Duell wieder verloren“, haderte Denk. So hielten die Bergischen Schlussfrauen Natascha Krückemeier (gegen Pauser und Reimbold) und Lena Lindemann (Wagner) drei Siebenmeter Kirchhofs.

Quelle: HNA vom 01.09.2025

Fotos: Artur Schöneburg

Adams besondere Erinnerungen

Kirchhof nach Auftaktniederlage Außenseiter beim BHC

Kirchhof – Mit 165.000 hat Solingen gut 30.000 Einwohner weniger als Kassel. Dafür aber können sie sich in der Stadt aus Nordrhein-Westfalen über gleich zwei Zweitligisten im Frauen-Handball freuen. Die Sporthalle Wittkulle des Bergischen HC und die Klingenhalle des HSV Solingen-Gräfrath liegen nur 4,4 Kilometer entfernt. Für die SG 09 Kirchhof gibt es zum Auftakt der neuen Spielzeit Solingen-Wochen, denn nach der 32:34-Niederlage gegen den HSV ist der Aufsteiger nun beim BHC zu Gast (Sa. 18.30 Uhr).


„Das ist wieder eine bärenstarke Mannschaft. Wir lassen uns von deren Niederlage nicht blenden, auch wenn die Höhe schon etwas überrascht hat“, sagt SG-Coach Christian Denk mit Blick auf der 23:31 der Bergischen in Berlin. Der BHC gilt als ein Mitfavorit auf einen der vorderen Plätze, ist auf allen Positionen doppelt gut besetzt. Beginnend im Tor, wo Natascha Krückemeier schon während ihrer Zeit beim TV Beyeröhde-Wuppertal – zu Zeiten des späteren Kirchhof-Trainers Martin Schwarzwald – den Löwinnen den Zahn zog. Auch Rechtsaußen Hannah Kamp hat eine Vergangenheit bei der SG 09. Verletzungsbedingt konnte sie jedoch kaum helfen, ist nun aber beim BHC zusammen mit Linksaußen Djazzmin Trabelski die neue Kapitänin.


Zudem gilt es für Denk, im Rückraum Ausnahmekönnerin Svenja Mann, die kroatische Abwehrspezialistin Vesna Tolic, die Schwedin Alexandra Lundström und die Ex-Wildungerin Vakare Damuleviciute aus Litauen sowie die niederländische Kreisläuferin Ruby Vaessens in den Griff zu bekommen: „Wir müssen vor allem körperlich den Kampf annehmen“, erklärt der SG-Coach, der froh ist, eine Solingen-Expertin in seinen Reihen zu wissen. Fiona Adam nämlich, die in der Klingenstadt geboren wurde und für beide heutige Zweitligisten in der Jugend spielte. Mit dem BHC wurde sie in der C-Jugend Westdeutscher Meister. Zusammen mit Rechtsaußen Lucy Krahwinkel, die zum Aufgebot des Gegners zählt.


Kein Wunder, dass die 20-Jährige sich am Samstag auf viele Freunde und Familie freuen kann. „Natürlich ist das etwas Besonderes. Aber auch für uns eine Chance, uns gegen gestandene Spielerinnen zu beweisen und mit Teamspirit, Ehrgeiz und Willen zu punkten“, erklärt Adam, die im Vorjahr bewiesen hat, dass sie dem BHC Paroli bieten kann. Bei der 23:31-Niederlage mit ihrem vorherigen Klub HSG Bad Wildungen warf die Linkshänderin nicht weniger als 11/6-Tore. Was die Siebenmeter angeht, führen nun aber Merle Pauser, Juliana Wagner und Chantal Reimbold die interne Rangfolge an. Was nichts daran ändert, dass Denk viele Qualitäten bei der 1,80 m großem Halbrechten sieht: „Fiona verfügt über ein enormes Potenzial, da können wir noch eine ganze Menge herauskitzeln. Schon gegen Solingen-Gräfrath hat sie ordentlich Torgefahr ausgestrahlt.“


Überhaupt war Denk von vielen Aspekten des Premierenballs angetan. Alles sei im grünen Bereich. Nur eben mit dem Makel, „dass wir auch Punkte brauchen.“ Dazu müsse sein junges Team noch „ein bisschen cleverer spielen.“ Damit Kirchhof den Favoriten mehr ärgern kann als beim 14:20 in der Vorbereitung beim Heinrich Horn Gedächtnisturnier, das die Mannschaft von Trainerin Kerstin Reckenthäler gewann. Auch auf das Torhüterduell kommt einmal mehr eine entscheidende Rolle zu. Wo sie in Kirchhof vor allem bei Lena Schmid auf eine Steigerung hoffen, nachdem zum Auftakt Charlotta Martin den stärkeren Eindruck hinterließ. Schmid war zudem in dieser Woche auf Lehrgang mit der deutschen Polizei-Auswahl, die ab dem 14. September bei der EM in Ungarn gefordert ist.


Quelle: HNA vom 01.09.2025

Fotos: Artur Schöneburg

2. ALSCO HBF

Saison 2025/2026

SG 09 Kirchhof vs HSV Solingen-Gräfrath 76

30.08.2025 18:00h

Ergebnis: 32:34


Viel Spaß – aber keine Punkte

Neuformierte SG 09 Kirchhof unterliegt HSV Solingen-Gräfrath

Melsungen – Manchmal sind Punkte nicht alles im Handball. Da können auch Spielerinnen erhobenen Hauptes die Halle verlassen, wenn sie alles gegeben haben. „Ich hatte schon lange nicht mehr so viel Bock auf Handball“, strahlte etwa Jule Hertha, die neue Spielmacherin der SG 09 Kirchhof. Da machte auch Trainer Christian Denk unmittelbar nach dem 32:34 (13:17) im ersten Heimspiel gegen den HSV Solingen-Gräfrath im Kreise seiner Familie einen entspannten Eindruck.

„Ich glaube, das hat allen Spaß gemacht. Von den Emotionen und der Dynamik her, war das wirklich stark“, erklärte der Coach, der mit der neuen Kapitänin Marie Sauerwald lediglich eine Stammkraft aus dem Aufstiegsjahr in der Anfangsformation hatte. Dafür aber setzte er angekündigtes um und verschaffte gleich 14 Akteurinnen Spielpraxis. Dadurch stellte Kirchhof den favorisierten Gast immer wieder vor neue Herausforderungen.


Dennoch lief die SG 09 im gesamten Spiel einem Rückstand hinterher. Da wurde der Mut das eine oder andere Mal bestraft. „Wir haben leider am Anfang etwas zu viel gebrannt“, erklärte Denk. Das sah auch seine Spielmacherin so: „Wir wollten zu viel und sind zu hektisch geworden. Aber wir haben immer an uns geglaubt und hatten super Impulse von der Bank“, betonte Hertha.

Zwei Spielerinnen brachten den HSV auf die Siegerstraße. Liv-Stine Eckardt, die im Tor den Vorzug vor der erfahreneren Katja Grewe bekam, zeigte allein bis zur Pause acht Paraden. Die 20-Jährige fischte einen Heber der couragierten Juliana Wagner weg (6.), parierte per Hüfte gegen Sauerwald (11.) und blieb auch bei einem Hertha-Solo stabil (18.).

Die Zweite im Bunde war Vanessa Brandt. Die 26-Jährige kam ins Spiel, nachdem die Ex-Kirchhoferin Deborah Spatz nach einem heftigen Foulspiel an Hannah Berk eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte (9.). Sieben Tore gelangen Brandt auf dem Weg zu einem 17:10-Vorsprung. Da hatten Lena Schmid und die eingewechselte Charlotta Martin, die ansonsten die bessere Quote aufwies, keine Chance. Neben Martin hinterließ bei den vielen Wechseln besonders Fiona Adam einen stabilen Eindruck und traf konsant mit links von Halbrechts.


Per Doppelschlag vor der Pause brachte Kreisläuferin Mille Bekke Andersen, die sich ebenso wie auf der Gegenseite Sophie Pickrodt und Emma Schwitzer keinen Fehlwurf leistete, Kirchhof wieder heran. Der Auftakt einer Aufholjagd, „weil wir nie aufgegeben haben“, wie Spielmacherin Hertha mit Fug und Recht behaupten konnte. Fortan bekamen sie sogar Brandt in den Griff, jedoch sorgten nun auf der Gegenseite die beiden 18-Jährigen Hannah Gutzeit (Rückraum-Mitte) und Nele Spengler (Linksaußen) für ordentlich Wirbel. Spenglers verwandelter Siebenmeter war die unmittelbare Antwort auf das 25:25. Den einzigen Ausgleich der Partie, der Gabriela Vrabie auf Zuspiel von Berk gelang (49.). Ein letztes Mal Hoffnung auf zumindest einen ersten Punkt hatte Kirchhof, nachdem Adam auf 32:33 verkürzte (59.). Doch Sekunden später kassierte Bekke Anderesen eine Zeitstrafe. Die Überzahl spielte Solingen clever aus, so dass Pickrodt den Schlusspunkt setzen konnte.



Quelle: HNA vom 01.09.2025

Fotos: Artur Schöneburg

Alle Plätze sind umkämpft

Kirchhof setzt auf breiten Kader – Wiedersehen mit Spatz gegen HSV


Kirchhof – Zum siebten Mal in der Vereinsgeschichte heißt es: Die Handballerinnen der SG 09 Kirchhof wollen sich als Aufsteiger in der 2. Bundesliga beweisen. Jedoch unter anderen Vorzeichen als in 1999, 2008, 2012, 2015, 2017 oder 2023. Denn die Löwinnen treten mit dem jüngsten Kader ihrer Historie an. Unnötiger Druck von innen und außen wäre somit beginnend mit dem ersten Heimspiel gegen den HSV Solingen-Gräfrath (Sa. 18 Uhr, Stadtsporthalle Melsungen) unangebracht.


„Wir sehen uns mit vielen Mannschaften auf Augenhöhe. Jedoch sind wir uns der Dynamik der Liga bewusst und brauchen mehr denn je die Unterstützung der Zuschauer, um den Klassenerhalt als oberstes Ziel zu erreichen“, sagt Christian Denk. Der Trainer-Rückkehrer hat sich ein Stück weit neu erfunden und setzt auf einen breiten Kader, der er komplett nutzen möchte. „Mein Ruf ist ja, dass ich sehr wenig wechsele. In dieser Saison aber wird das anders sein“, erklärt der SG-Coach.


Heißt konkret, dass zunächst keine Spielerin eine Garantie hat, dass sie gegen den HSV beginnen darf. Im Tor hatte Charlotta Martin im Aufstiegsjahr als weitgehend Einzelkämpferin unter Trainer Sascha Heiligenstadt eine formidable Entwicklung genommen. Mit viel – der meisten im Kader – Zweitliga-Erfahrung und guten Kritiken bringt Neuzugang Lena Schmid viel Klasse mit. Auf den Außen lauten die Paare, die ihre Kräfte bündeln sollen, Marie Sauerwald und Emilia Damm (beide links) sowie Hannah Berk und Gabriela Vrabie (beide rechts). Als „neuer Kopf“ ist auf Rückraummitte Jule Hertha vorgesehen, jedoch lobt Denk ausdrücklich auch die Athletik und den Ehrgeiz von Chantal Reimbold, der Neuerwerbung aus Fritzlar.

Reimbold ist zudem eine Kandidatin für die 5:1-Variante zur 6:0-Abwehr. Alternativ ist Juliana Wagner prädestiniert, um die Kreise des Gegners zu stören. Die frisch 18-Jährige bildet auf Halblinks den Gegenpart zu Dana Krömer, die im Mittelblock ihre Stärken hat. Völlig unterschiedliche Spieler-Typen wollen sich auf Halbrechts beweisen. Die aus Hannover gekommene Vanessa Ulrich mit ihrem Eins-gegen-Eins, Fiona Adam mit Wurfkraft mit links.


Am jüngsten ist der Kreis besetzt durch die beiden 19-Jährigen Mille Bekke Andersen, die vom dänischen Top-Klub Esbjerg kam, und Merle Pauser, die in der 3. Liga nicht nur bei ihren Siebenmetern Nervenstärke bewies. Bis auf Weiteres fehlen neben Kapitänin Katharina Koltschenko (Kreuzbandriss) wird allerdings Sidney Bätz, die aus gesundlichen Gründen pausiert.


Beste Torjägerinnen des HSV sind weg

Bis auf Neuzugang Maira Völker (Knie-OP) in Bestbesetzung reist der HSV an. Somit auch mit Deborah Spatz. Die langjährige Kirchhöfer Leistungsträgerin, die sich mit starken Leistungen in der Aufstiegsrunde würdig verabschiedete. „Deborah macht bei uns einen tollen Job und hat von Anfang an Verantwortung übernommen“, lobt ihr neuer Coach Jonas Schlender die 1,78 m große Rückraumspielerin. Die nun mit Nele Spengler (Linksaußen) und Hannah Gutzeit (Rückraummitte) hoch veranlagte Talente an ihrer Seite weiß, die beim 30:23-Sieg im DHB-Pokal über Liga-Rivale Regensburg erste Duftmarken setzten.


Bewährte Kräfte sind Torfrau Katja Grewe, Rechtsaußen Merit Müller und die Halbrechte Patricia Nikolic, die am Sonntag 21 wird. Zu ersetzen hat Schlender mit Torschützenkönigin Paulina Uscinowicz (Neckarsulm), Ronja Bühler (Nürtingen) und Carina Senel (Buxtehude) die drei treffsichersten Akteurinnen aus der Vorsaison. „Eine Mammutaufgabe“, betont der 30-Jährige, der Solingens erster hauptamtlicher Trainer ist. Neben Kreisläuferin Sophie Pickrodt (Leipzig), den beiden 18-Jährigen Gutzeit (BVB) und Spengler (Leverkusen) sowie Spatz könnten wie im DHB-Pokal vier Neue beginnen. „Unser Auftaktprogramm hat es in sich, da wollen wir möglichst schnell möglichst viele Punkte sammeln. Wir schaffen es immer besser, unsere schnellen Spielerinnen in Szene zu setzen“, betont Spatz, die auf ihrer Position mit Vanessa Brandt eine verlässliche Partnerin an ihrer Seite weiß. Womit der siebte Anlauf in der 2. Liga für Kirchhof nicht leichter wird.


Quelle: HNA vom 29.08.2025

Fotos: Artur Schöneburg